Wie Status und Macht in der Sprache ausagiert werden.
Aletheia hat schon ein paar Mal erwähnt, wie männlich dominiert unsere Sprache ist. Frauen sind in der Regel höchstens “mitgemeint”, werden aber häufig nicht direkt angesprochen. Das trägt ganz wesentlich dazu bei, dass Frauen immer noch als zweitrangig hinter den Männern angesehen werden. Ich habe noch einen alten Schweizer Pass, worin steht “Der Inhaber dieses Passes ist Schweizer Bürger”. Zugegeben, das wurde inzwischen geändert und seit ein paar Jahren gibt es auch “Schweizer Bürgerinnen” in den Pässen – den Feministinnen sei Dank. “Macht doch nicht einen solchen Aufstand deswegen. Selbstverständlich seid Ihr Frauen doch mitgemeint” war der allgemeine männliche Tenor. Reicht “mitgemeint”? NEIN, es reicht nicht! Wäre in unseren Pässen gestanden “Die Inhaberin dieses Passes ist Schweizer Bürgerin” – und wir hätten den Männern gesagt “Aber, Ihr seid doch selbstverständlich mitgemeint” – was glaubt Ihr wohl, hätten uns die Männer erzählt?! Solche Pässe wären gar nicht erst ausgegeben sondern subito wieder eingestampft worden! – Auch wenn das Problem in diesem Fall gelöst worden ist, es gibt Tausende solcher Beispiele, die nach wie vor aktuell sind. Ich habe die Geschichte mit dem Pass benutzt, weil sich dabei garantiert alle direkt angesprochen fühlen, und Männlein wie Weiblein nachvollziehen kann, worum es geht.
Was sind Eure Meinungen? Was sind Eure Erfahrungen?