Hallo Ihr lieben da draussen im WWW. Ich versuche mal auf diesem Wege mein “Problem” zu lösen oder zumindest einen Lösungsansatz zu finden.
Vermutlich bin ich nicht die Erste und auch nicht die Letzte die einer solchen Situation ist. Wie erkläre ich es am besten? Ja, mein Lebens-
gefährte hat eine Tochter aus erster Ehe: Saby. Die Kleine wird bald zehn Jahre alt. Eine total süsse Maus. Ich habe selber keine Kinder. Somit ist
das für mich eine völlig neue Erfahrung. Nun ja, ich weiss nicht ob das Grund ist (meine Kinderlosigkeit), aber ich glaube eigentlich nicht.
Jedenfalls spricht Saby kaum mit mir. Mein Freund lebt bei mir, das heisst, Saby ist nur etwa alle zwei Wochen mal bei uns.
Abgesehen davon, dass dies sowohl für meinen Freund wie für seine kleine Tochter schwierig ist – ich kann nur erahnen wie sehr – dass sie einander
so selten sehen. Ich habe Saby im vergangenen Sommer kennengelernt. Mein grösster Wunsch ist, dass sie sich hier bei uns wohl fühlt. Ich würde
gerne mit ihr auch mal was unternehmen, shoppen gehen, was auch immer. Aber die Tatsache, dass sie nur das Allernötigste mit mir spricht macht
alles sehr schwer. Weiter redet sie eigentlich mit keinem aus meinem Umfeld; ob meine Eltern, Freunde oder sonstige Bekannte, sie hält sich wirklich
sehr zurück. Aber meiner Meinung nach ist das nicht etwa Schüchternheit, nein, das kann es glaub ich nicht sein, denn die Saby zieht in
der Regel eine Schnute als würde sie den ganzen Tag nichts zu Essen bekommen und müsste dazu auch noch Schwerarbeit leisten.
Na ja, ich denke das ist wohl in groben Zügen der Sachverhalt. Vielleicht könnt ihr mir Tipps geben wie ich mich am besten Verhalte? Wie kann
ich die Situation verbessern? Vielen Lieben Dank!





Hallo Nova
ich bin zwar nicht in dieser Situation, habe aber einen 10-jährigen Sohn, also Erfahrung mit Kindern in diesem Alter.
Die Situation ist für Saby vermutlich nicht wirklich klar. Es wäre vielleicht mal gut, wenn Du mit Deinem Partner (zuerst ohne Saby) ergründest, wie viel Saby eigentlich von ihrer Situation versteht. Mögliche Punkte zu klären: Wie alt war Saby, als sie von ihrem Vater “getrennt” wurde? Hat ihr Vater mal mit ihr darüber gesprochen, was passiert ist? Dass sie keine Schuld daran hat? Dass sie ihn nie verlieren wird, auch nicht, wenn Papi eine neue Frau hat (Frau heisst hier nicht “verheiratet”. Für ein Kind ist eine neue Partnerin auch schon eine neue “Frau”)? Kläre es erst mal mit Deinem Partner, nicht als “Anklage” oder so, sondern einfach, um mal die Grundsituation als solche zu verstehen. Was Du nicht erwähnst: Wie ist denn Sabys Verhältnis zu ihrem Vater? Ein herzliches, offenes? Unternehmen sie etwas zusammen? Irgendwie ist er in Deiner Beschreibung der Situation gar nicht präsent.
Und dann: versuche mal, Saby in etwas einzubeziehen, das du gerade machst. Das muss nicht unbedingt typisches Frauenzeug sein wie Shoppen. Es ist ja immerhin möglich, dass Saby andere Interessen hat. Versuche, mit ihr zu reden, auch wenn sie erst mal nichts erwidert. Sie ist fast zehn, d.h. sie versteht schon sehr viel. Rede mit ihr nicht wie mit einem kleinen Kind, sondern ganz normal wie mit einer Erwachsenen. Lass sie spüren, dass Du sie ernst und für voll nimmst. Auch wenn sie nichts sagt, sie hört Dir schon zu. Und lass Euch Zeit, einfach Zeit. Rede nicht ständig auf sie ein, sondern versuche einfach, den Tag so normal wie möglich zu gestalten. Versuche nicht, so etwas wie eine Ersatzmami zu sein oder wie eine tolle neue Freundin. Sie würde sich nur noch stärker zurückziehen. Denn genau das befürchtet sie wohl am meisten: dass Du ihre Mutter ersetzen möchtest.
Aber das Wichtigste ist wohl schon, dass Dein Partner und Du darüber sprecht, wie es für Saby war, in diese Situation “hineinzugeraten”.
Und letztlich ist es auch Sabys Recht darüber zu entscheiden, wie nahe oder wie distanziert sie zu Dir sein will.
Ich drück Dir die Daumen!
Hallo Cobalt, vielen Dank für Dein Feedback. Mein Partner hat mit seiner Tochter offenbar recht ausführlich über die neue Situation gesprochen. Saby war 9 Jahre alt als ihr Papa zu mir gezogen ist. Das liegt etwa ein halbes Jahr zurück. Das Verhältnis von Saby zu ihrem Vater ist ein sehr herzliches. Sie hat übrigens einen Bruder der doppelt so alt ist wie sie. Er kommt mit der neuen Situation sehr gut klar. Wir hatten von Anfang an ein schönes Verhältnis zueinander. Na ja, vielleicht ist es auch etwas zu früh. Ich weiss es nicht, manchmal macht es mir nichts aus, handerkum beschäftigt es mich mehr als ich zugeben möchte. Eine Ersatzmami zu sein ist der letzte meiner Gedanken. Die beiden haben eine Mami und sie kommen auch sehr gut klar miteinander. Ich wünschte mir zur Kleinen eine ähnliche Beziehung wie ich sie zu ihrem Bruder habe. Aber wie gesagt, möglicherweise ist es einfach noch zu früh. Jedenfalls nochmals ganz lieben Dank für Deine Tipps!