Nicht geschlechtergerecht formuliert sind dementsprechend Texte, in denen es keine Symmetrie zwischen Frau und Mann gibt, also Texte, in denen Frauen sprachlich diskriminiert werden, indem sie nicht angesprochen werden, während Männer angesprochen werden. Eine solche Asymmetrie besteht in Texten, in denen die maskuline Form nicht nur für die Bezeichnung männlicher Personen verwendet wird, sondern auch für Äusserungen, die sich sowohl auf Frauen als auch auf Männer beziehen. In solchen Texten hat die maskuline Form also nicht allein eine geschlechtsspezifische, sondern auch eine geschlechtsübergreifende Bedeutung. Diese geschlechtsunabhängige Verwendung der maskulinen Form wird als generisches Maskulinum bezeichnet.
In Texten mit generischem Maskulinum ergibt sich folgendes Bild:
- Weibliche Personenbezeichnungen beziehen sich einzig auf weibliche Personen; sie werden immer geschlechtsspezifisch interpretiert. (Die Schweizerinnen ernähren sich gesundheitsbewusst.)
- Männliche Personenbezeichnungen können sich beziehen; –– geschlechtsspezifisch auf männliche Personen (Jeder Schweizer ist wehrpflichtig, Art. 18 Abs. 1 alte Bundesverfassung [aBV]), –– geschlechtsunabhängig auf Frauen und Männer (Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Art. 4 Abs. 1 aBV).
Indem sich Personenbezeichnungen im generischen Maskulinum zwar auf Frauen beziehen (können), die Frauen im Gegensatz zu den Männern aber nicht ausdrücklich bezeichnet werden, wird in solchen Texten die Präsenz der Frauen verschleiert; die Frauen bleiben unsichtbar. Es ist belegt, dass das generische Maskulinum häufig gar nicht als generisch, also geschlechtsunabhängig, interpretiert wird, sondern als geschlechtsspezifisch. Dazu trägt die Tatsache bei, dass speziell im deutschen Sprachgebiet die parallele Verwendung von männlichen und weiblichen Formen im Laufe der letzten Jahrzehnte in der Gesellschaft immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist.Vereinzelt gab und gibt es Bestrebungen, das generische Maskulinum mit einem generischen Femininum zu «bekämpfen», also mit der Verwendung der weiblichen Form, wenn sowohl Frauen als auch Männer gemeint sind oder gemeint sein können. Auch wenn das generische Femininum zweifelsohne Signalcharakter hat, die Leserinnen und Leser irritiert und damit auch die Probleme des generischen Maskulinums aufzeigt, lassen sich damit die Anforderungen der Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Sprache nicht erfüllen.
Quelle: www.bk.admin.ch
Schweizerische Bundeskanzlei, in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften





Natürlich “lassen sich damit die Anforderungen der Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Sprache nicht erfüllen”…aber mit dem generischen Femininum wird Männern einmal klar gemacht, wie es sich anfühlt, dauernd “mitgemeint” oder gar übergangen zu werden.
Es ist aber manchmal sehr schwierig in deutschen Texten zu “gendern”. Das hat mich heute beim Verfassen eines Beitrags wahnsinnig gemacht.