Alice Schwarzer

Alice Schwarzer, als uneheliches Kinde geboren, wuchs in ihrer Kindheit bei ihren Großeltern auf. Das damalige Familiengesetz schrieb vor, das die Vormundschaft auf einen Mann übertragen war. Daher übernahm ihr Großvater, Ernst Schwarzer, die Vormundschaft – und damit alle Rechte und Pflichten über seine Enkelin. Somit war er nun der Erziehungsberechtigte des Kindes.

Die beiden Großeltern von Alice Schwarzer betrieben zusammen ein kleines, selbständiges Tabakwarengeschäft. Hier half auch die Mutter von Alice öfters aus. In einem Interview bezeichnete Alice ihren Großvater immer als einen führsorglichen, mütterlichen Großvater. Ihre Familie war atheistisch geprägt. Trotzdem ließ sich das Kind bereits mit zwölf Jahren evangelisch taufen und später dann auch konfirmieren. Sie selbst bezeichnet sich als nicht im engeren Sinne gläubig.

Sie begann eine Lehre als Sekretärin an und zog nach erfolgreicher Beendigung im Jahr 1963 nach Paris. Dort begann sie dann ein Sprachstudium. Erst später kehrte sie dann nach Deutschland zurück und war zwischen 1963 und 1969 als freier Journalist tätig, bevor es sie wieder nach Paris zog.

Danach arbeitete Alice als freie Korrespondentin von 1970 bis 1974 für verschiedene Medien in Paris. Zeitgleich studierte sie des weiteren Psychologie und Soziologie.

Einer Ihrer Professoren war Michel Foucault. Zusammen mit Mouique Wittig gehörte sie zu den Initiatorinnen der Pariser Frauenbewegung und trug diese Ideen auch nach Deutschland. Mit ihrer Aktion Frauen gegen den § 218 erregte sie zum ersten Mal im Jahre 1971 Aufsehen – insbesondere im dem Bekenntnis von 374 Frauen „ Wir haben abgetrieben“. Im selben Jahr erschien auch ihr erstes Buch „Frauen gegen den § 218“.

Alice Schwarzer vertritt dabei den ebenfalls von Simone de Beauvoir vertretenden Gleichheitsfeminismus. Das Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ machte sie auch über die Grenzen von Westdeutschland hinweg berühmt. Das Buch wurde sogar in elf Sprachen übersetzt. Seit der Veröffentlichung dieses Werkes gilt Alice als berühmteste und auch umstrittenste Person der deutschen Frauenbewegung. Das Fernsehduell mit Esther Vilar trug nicht zuletzt zu ihrer großen Bekanntheit bei. Diese hatte mit ihrem Buch „Der dressierte Mann“ mit der These überrascht, dass nicht nur die Frauen durch die Männer unterdrückt würden, sondern auch die Männer durch die Frauen ihre Freiheit einschränken müssten.

In dem Streitgespräch kam es zu teilweise sehr bizarren Wortwechseln. Alice Schwarzer erklärte unter Anderem, dass Vilar gemein, zynisch und einer Verräterin des eigenen Geschlechts sei. Außerdem sei sie nicht nur Sexistin, sondern auch Faschistin. Seit 1993 schreibt sie wieder vermehrt Bücher. Darunter finden sie viele Biographien.

4 Kommentare

  1. Martha sagt:

    Ich mag Alice’s Bücher, die sich mit Frauenproblemen befassen, sehr. Sie sind gut recherchiert und äusserst intelligent geschrieben. Die Biographien indessen finde ich eher langweilig. Als ich noch in der Schweiz lebte, war ich eine begeisterte “Emma”-Leserin. Mit Alice’s TV-Auftritten in den letzten Jahren habe ich etwas Mühe. Ich mag zwar gut gelaunte Menschen, aber die dauernde Grinserei wirkt auf mich einfach nur noch anbiedernd.
    Begeistert war ich von ihrem Buch “Der kleine Unterschied”.

  2. Martha sagt:

    Hier ein guter Artikel von Alice Schwarzer:

    http://www.pappa.com/emma/ss05030.htm

  3. Herr Soundso sagt:

    @Martha: Daß sie die Biographie eher langweilig finden liegt vielleicht daran, daß sie nur einen Teil der Wahrheit darstellt. So wird z.B. nicht erwähnt, daß Fräulein Schwarzer keine Probleme damit hat zu lügen, um ihre Interessen, wie z.B. das Töten von kleinen Menschen, durchzusetzen.

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