Wenn Du Deine Geschichte nicht kennst, hast Du keine Zukunft.
Um die heutige Situation der Frauen in unserer Gesellschaft verstehen, analysieren, einordnen und bewerten zu können ist es wichtig, dass wir über unsere Geschichte Bescheid wissen. Wenn wir wissen, dass die Unterdrückung von Frauen nicht gottgegeben ist sondern im Verlauf der Geschichte der Menschheit erst seit relativ*) kurzer Zeit existiert, ändert sich nicht nur unser Blickwinkel, es ändert sich auch etwas in unseren Köpfen und es ändert sich unsere Einstellung, wie wir mit der heutigen Situation umgehen. Seit der Machtübernahme durch das Patriarchat wurden Frauen und das weibliche Sein ausgegrenzt, abgeschafft, gefoltert, gequält, vernichtet mit den brutalsten Methoden, die Männer auszudenken im Stande waren. Den Höhepunkt männlicher Brutalität stellt in unseren Breitengraden wohl die Hexenverfolgung dar. Durch Totschweigen dieses Massakers an Millionen von Frauen versucht mann sich dieses Problems zu entledigen. Aber noch vor 300 Jahren – das ist nicht soooo lange her – war diese frauenvernichtende Praxis gang und gäbe.
Ich möchte Euch diesen Teil unserer Geschichte näher bringen und in täglichen kurzen Beiträgen erzählen, wie es zu dem millionenfachen Mord durch Verbrennung bei lebendigem Leibe von Frauen gekommen ist und welche sadistischen Methoden Männer angewandt haben um sich am Leiden dieser Frauen zu befriedigen. Am Ende werdet Ihr erkennen, dass die Hexenverfolgung noch nicht ausgerottet ist sondern noch immer weiter geht – mit moderneren, subtileren und unverfänglicheren Praktiken. Das hilft zu verstehen, warum es Frauen nach wie vor in unserer Gesellschaft so schwer haben, anerkannt und den Männern gleich gestellt zu werden.
Für heute nur mal diese kurze Einleitung. Fortsetzung folgt.
*) Relativitätstheorie: Sitzt man 2 Stunden mit einer Frau zusammen, meint man, es wäre 1 Minute. Sitzt man 1 Minute mit einem Mann zusammen, meint man, es wären 2 Stunden. – Das ist Relativität!






Der Platz der Frau ist festgelegt
in ein engmaschiges Netz gewebt
Sie ist gekettet wie ein Hund an ihre Position
Doch wenn sie sich durch Zufall oder Glück
befreien kann von diesem Geschick
ist sie gefährlich und bedrohlich
für die Hüter der Tradition
Wenn Du Dich aufs Heilen verstehst
und statt zu knien lieber aufrecht gehst
Halt Dich bereit für die Männer-Inquisition.
(Willie Tyson aus “The Witching Hour”)
Der Hexenwahn breitete sich im fünfzehnten, sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert in ganz Westeuropa aus. Um die Männerherrschaft nicht zu gefährden, sahen sich vor allem die Vertreter der Kirche dazu veranlasst, “widerspenstige” Frauen auszurotten. (Frömmelei und Sadismus haben ähnliche Wurzeln.) Das Ziel ihres Angriffs waren Frauen, die sich nicht durch Assimilation der patriarchalen Familie unterwarfen. Der Hexenwahn richtete sich also in erster Linie gegen Frauen, die die Ehe ablehnten (Spinsters) und Frauen, die sie überlebt hatten (Witwen). Auf Frauen also, die durch ihre physische, intellektuelle, ökonomische, moralische und geistige Unabhängigkeit das patriarchale Monopol, das auf allen Gebieten herrschte, gefährden konnten. Männer fürchteten, dass Frauen, die ohne Familie und somit ohne patriarchale Kontrolle lebten, die von ihnen errichtete gesellschaftliche Ordnung sprengen könnten (daran hat sich bis heute nicht viel geändert!). So boten Beschuldigungen wegen Hexerei ein legitimes Ventil für Aggressionen gegen Frauen, die sonst nicht angreifbar waren. Um die Verfolgung der “Hexerei” zu legitimieren, wurde sie als “crimen exceptum” bezeichnet, als ein Verbrechen anders als alle anderen.
Um die volle Bedeutung dieses “Sonderstatus” des sogenannten “Verbrechens der Hexerei” und der dahinter stehenden Absicht zu begreifen, muss man Jean Bodin, Jurist, Magistrat und Politologe des 16. Jahrhunderts, hören. Hier ein Auszug dessen, was dieses “Genie” zu sagen hatte:
“Doch diejenigen irren gewaltig, die glauben, dass Strafen nur dazu dienen sollen, Verbrechen zu ahnden. Nach meiner Meinung ist dies die letzte Frucht, die dem Staat daraus erwächst. Die grösste und wichtigste ist jedoch, den Zorn Gottes zu besänftigen, besonders wenn sich das Verbrechen, so wie dieses, direkt gegen die Majestät Gottes richtet…Deshalb sollte jemand, der angeklagt ist, eine Hexe zu sein, niemals voll freigesprochen oder freigelassen werden, es sei denn, die verleumderische Absicht des Anklägers ist klarer als die Sonne, denn der Beweis für solche Verbrechen ist so dunkel und schwierig, dass unter einer Million Hexen nicht eine angeklagt oder bestraft werden könnte, wenn man hier die gängigen Prozessregeln befolgen würde.”
Der entscheidende Punkt ist selbstverständlich nicht, Verbrechen zu bestrafen, denn es gab ja keine Verbrechen! Der entscheidende Punkt ist, “den Zorn Gottes zu besänftigen”.
Inzwischen wissen wir alle, wer dieser christliche “Gott” ist, dessen “Majestät” durch Frauen, besonders durch unabhängige Frauen, gefährdet wird!
Fortsetzung folgt.
Wissen ist Macht. Das wissen Männer nicht erst seit heute. Es gab deshalb noch einen weiteren Punkt, der die Männer in Rage brachte. Das Wissen jener Frauen, die als Heilerinnen die gründlichsten Denkerinnen und fortschrittlichsten Wissenschaftlerinnen jener Zeit waren. Die Kirche hatte Angst, derartiges geheimnisvolles verborgenes Wissen, das sie zu den wirkungsvollsten Methoden der Kontrolle über die Menschheit erkannte, in Frauenhand zu wissen und wollte dies für sich selbst beanspruchen. Die Kirche und ihre Söhne waren empört, dass Frauen, denen alle Ämter und alle öffentlichen Möglichkeiten des Lernens verboten waren, allein mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit in einige der tiefsten Geheimnisse der Natur eindringen konnten. So richtete das Patriarchat seine tödlichsten Schläge gegen diese Frauen. Die Söhne der Kirche mussten die Frauen, die das Heilwissen besassen, ausmerzen – und zwar nicht nur, indem sie sie töteten, sondern indem sie bestritten, dass Frauen aus eigener Macht heilen konnten. Es musste “durch teuflische Mächte” geschehen sein, das heisst, durch Abhängigkeit von einem anderen – dem “Teufel”.
Frauen wurden durch ihre Verfolger physisch und psychisch getötet, massakriert, verstümmelt und zerstückelt. Zu diesem Ziel projizierten die Söhne des heiligen Vaters ihre Phantasien auf die angeklagten Frauen. Man(n) warf ihnen vor, sie brächten beim Hexensabbath dem Teufel ihre Huldigung in Küssen dar: unter den Schwanz, wenn er als stinkende Ziege erschien, auf die Lippen, wenn er als Kröte auftauchte (Froschkönig!). Danach gaben sie sich angeblich wilden Sex-Orgien mit dem Teufel hin. Somit war klar, dass sie gefoltert werden MUSSTEN, und die christlichen Mörder konnten sich vollkommen fromm und rechtschaffen fühlen. Es war “jedem” klar, dass die Hexenverbrenner Gottes Willen ausführten, wenn sie Frauen dahinschlachteten.
Die beiden Dominikanerpriester Kramer und Sprenger verfassten das Buch “Der Hexenhammer” (Malleus Maleficarum), das 1486 erschien und bis zum heutigen Tage der wichtigste Katechismus der Dämonologie ist. Darin psalmodieren sie “Alles geschieht aus fleischlicher Begierde, die bei den Weibern unersättlich ist.” In Wahrheit aber benutzten sie die als Hexen angeklagten Frauen als Projektionsflächen für ihre eigenen abartigen sexuellen Phantasien und Halluzinationen. Frauen wurden so extrem gefoltert, dass sie alles und jedes zugaben, was ihre Folterer lüstern verlangten. So wurden sie zum lebendigen Beweis für deren krankhafte und perverse Imagination.
Wie diese Folterungen aussahen und vonstatten gingen, erzähle ich Euch das nächste Mal. Inzwischen geht liebevoll miteinander um. Alles, was Frauen sich gegenseitig an Gehässigkeiten antun, kommt letzten Endes wieder auf sie selbst zurück.
Es gibt keine vollständige Statistik über die Zahl der Frauen, die als Hexen getötet wurden. Aus den historischen Unterlagen wurde errechnet, dass 9 Millionen (!) Menschen wegen Hexerei nach 1484, oder in einem Zeitraum von dreihundert Jahren, umgebracht wurden. In dieser Schätzung fehlt die grosse Zahl derer, die in den vorangegangenen Jahrhunderten wegen der gleichen Anschuldigung geopfert wurden. Die überwiegende Zahl dieser unglaublichen Menge waren Frauen. Sprenger und Kramer erklärten, Männer seien vor einem so schrecklichen Verbrechen wie Hexerei geschützt, da Jesus ein Mann gewesen sei!
Dank des männlichen Protokollierungswahns, der dazu dienen sollte, die sadistischen Greuelrituale zu rechtfertigen, sind der Nachwelt zahlreiche Berichte wie der folgende über diese christliche Hölle erhalten geblieben:
“Manche Männer übertreffen in dieser Kunst die Geister der Hölle. Ich habe gesehen, wie die Glieder auseinander und die Augen aus dem Kopf getrieben wurden, die Füsse von den Beinen gerissen, die Sehnen von den Gelenken gedreht, die Schulterblätter ausgerenkt, die tieferen Adern aufgequollen und die Oberflächenadern eingetrieben, das Opfer erst hinaufgezogen, dann hinunterfallengelassen, dann herumgewirbelt, kopfunter, die Füsse nach oben. Ich habe gesehen, wie der Henker die Opfer mit der Geissel prügelte, mit Stangen niederschlug und mit Schrauben ihre Knochen zermalmte, und sie mit Gewichten beschwerte, und sie mit Nadeln stach, und sie mit Stricken einschnürte, und sie mit Schwefel brannte, sie mit Öl übergoss und mit Fackeln versengte.”
Wie nachhaltig der Hexenwahn wirkt(e) ist am Missbrauch von Kindern im Zusammenhang mit Hexenverbrennungen zu sehen. Die Schrecken, die in die Seelen der Töchter eingebrannt wurden, müssen sich über viele Generationen erhalten haben. Wir hören, dass “nach dem Gesetz Kinder, von denen es heisst, sie hätten ihre Mutter zum Hexensabbath begleitet, lediglich (!) vor dem Feuer, in dem ihre Mutter verbrannte, ausgepeitscht wurden.” Wahrscheinlich war die Mehrheit dieser Kinder Mädchen. Diese Töchter sahen, wie ihre Mütter bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Dies ist wieder eine Seite der Mutter-Tochter-Tragödie im Patriarchat. Die Töchter haben von früher Kindheit an erlebt, wie Frauen gefoltert und getötet wurden. Sie haben zweifellos die logische Folgerung gezogen, es sei besser zu heiraten als zu brennen.
Dazu kommt, dass in den Hexenprozessen Kinder oft als rechtsgültige Zeugen vernommen wurden. Jean Bodin erklärte offen, “dass er Kinder als Zeugen verwendete, denn in einem sehr frühen Alter konnten sie ohne Schwierigkeiten überredet oder gezwungen werden, gegen die Beschuldigte auszusagen.” Die Aussage von Kindern von sieben Jahren aufwärts wurde als ausreichender Beweis für ein Todesurteil angesehen. Dies war Teil der “Sonderregelung” der Hexen-Prozesse.
Diese, den Kindern aufgezwungene, aktive Rolle wirft ein weiteres Licht auf die dämonische Zerstörung der weiblichen Seelen durch den Hexenwahn. Es war schlimm genug, wenn eine Tochter die Erinnerung mit sich herumtragen musste, wie sie ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen brennen sah. Sich jedoch ein Leben lang daran zu erinnern, dass sie dazu benutzt worden war, ihre Mutter anzuklagen und zum Tode zu verurteilen, dass sie in der Tat Muttermord begangen hatte, muss eine fast unvorstellbare Last gewesen sein und Selbsthass erzeugt haben. Solche Töchter müssen diesen Selbsthass an ihre Töchter und an nachfolgende Generationen weitergegeben haben. So konnte durch die Anwesenheit junger, kleiner Mädchen – zum einen als hilflose “Beobachter” bei den Verbrennungen, zum anderen als Zeugen vor Gericht – sehr wirkungsvoll die Lehre des Hexenwahns durch die Jahrhunderte hindurch bis in die heutige, unsere Zeit weitergetragen werden.
Sobald eine Hexe gestanden hatte, war der nächste Schritt, von ihr – wiederum unter Folter – eine Liste von den Nachbarinnen zu erzwingen, die sie auf dem Hexensabbath gesehen haben soll. Eine neue Reihe von Prozessen und Folterungen ad infinitum konnte beginnen.
Schwester wurde gegen Schwester benutzt, Freundin gegen Freundin. Das ursprünglichste Band von Liebe und Vertrauen, ohne das eine weibliche Identifikation schwer aufzubauen ist – das Band zwischen Tochter und Mutter – wurde auf der Folterbank zerrissen, wurde in den “läuternden” väterlichen Feuern verbrannt.
Fortsetzung folgt.
In der patriarchalen Geschichtsschreibung, die man uns vorlegt, wird kaum auf das Thema “Hexenverbrennung” eingegangen. Den Begriff hin und wieder kurz anzutippen ist wirkungsvoller, als vollkommenes Schweigen, denn so werden wir darauf programmiert, diese entsetzlichen Morde und Greuel, die Männer an Frauen verübt haben, in die Sparte “Kleinigkeiten” einzuordnen. Wir erhalten lediglich ein paar Häppchen an Informationen, die sich bei genauerem Hinsehen auch noch als Desinformationen herausstellen und uns einzureden versuchen, dies alles sei nicht viel mehr als Aberglaube. Aber diese in der Tat kaum vorstellbaren Greueltaten und dieser männliche Sadismus waren während nicht allzu weit zurückliegenden Jahrhunderten brutalste Realität für Millionen unserer Vorschwestern. Wir werden verführt zu glauben, dass Dämonologie heute tot ist. Genau dieser Glaube ist das zentrale Dogma moderner Dämonologie, die unsere Gesellschaft wie ein farbloses, geruchloses, giftiges Gas durchdringt. Dämonologie (ein anderer Name für Theologie) ist immer noch die Königsdisziplin der Geistes- und Naturwissenschaften des Patriarchats.
Die christliche Bigotterie wird fortgesetzt. Die Rolle der Inquisitoren wird von sadistischen Psychiatern, Ärzten und Pharmakonzernen unserer Tage übernommen, die unter dem Einfluss von Mythos, Medien und wissenschaftlicher Ausbildung sich selbst auf den Thron der vielbegehrten Heiler jener “Frauenkrankheiten” phantasieren, die sie selbst erfinden.
Fortsetzung folgt.
Schauen wir uns um, wie viele Ärzte und Therapeuten sich mit Frauen beschäftigen, könnte man meinen, Frau sein sei bereits ein pathologischer Befund. Frau sein = krank sein und muss dringend behandelt werden!
Nach dem Massaker an den weisen Frauen/Heilerinnen während der Hexenverfolgung begann der Aufstieg männlicher Hebammen, denen mit dem Titel “Gynäkologen” Würde verliehen wurde. Der männliche Geburtshelfer erscheint im 17. Jahrhundert auf der Bildfläche, zuerst bei Hofe bei den Frauen der höheren Stände. Schnell erklärt er die Minderwertigkeit der Hebamme und setzt diese mit Schmutz, Unwissenheit und Aberglauben gleich. Er beschränkt seine Arbeit erstmal auf diejenigen, die ihm seine hohen Honorare bezahlen können. Noch im 19. Jahrhundert war es für die Ärzte äusserst bequem, die Frauen der Arbeiterklasse als von Natur aus gesund und robust anzusehen und die wohlhabenden Frauen als von Natur aus kränklich. In Wirklichkeit litten natürlich die Armen weit mehr unter ansteckenden Krankheiten und Komplikationen bei Geburten. Die wirtschaftliche Motivation hinter diesen medizinisch “interessanten” Hinwendungen zu reichen Frauen ist offensichtlich. Zu diesem Motiv gesellte sich ein weiteres: Die Gynäkologen stellten fest, “dass die modebewusste, “müssige” Frau zum Vorbild aller Frauen wurde”. Es war die Musse (sprich: potentielle Freiheit) dieser Frauen, die die Gynäkologen zutiefst beunruhigte, da sie fürchteten, das Vorbild der Freiheit könnte anstecken. Als spezifisches Mittel dagegen wurde die chirurgische Disziplinierung von Frauen (kombiniert mit Psychiatrie und Psychoanalyse) eingesetzt. Ende des 19. Jahrhunderts erklärte man(n) die weibliche Kastration, nämlich die Entfernung der Eierstöcke, als probates Mittel gegen “weiblichen Wahnsinn”. Diese Methode wurde bei den Gynäkologen zur wahren Besessenheit. Sie verkündeten, die Ursache zur Neigung der Frauen zu Hysterie, Irrsinn und weiteren den Frauen angedichteten Krankheiten läge in ihren Geschlechtsorganen. Weiter behaupteten sie, die Eierstockentfernung höbe die Moral der Patientinnen, fördere bei ihnen Umgänglichkeit, Ordnungsliebe, Fleiss und Sauberkeit. Väter und Ehemänner gaben “liederliche” Frauen in die Hände von Gynäkologen zur Kastration oder für andere Formen radikaler Behandlung. Die Steigerung dieses Wahns setzte im 20. Jahrhundert ein als nun auch die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) von den Gynäkologen gefordert wurde. Man(n) beschrieb den Uterus als “eine mögliche Brutstätte für Krebs” und als ein “potentiell tödliches Organ”. (Frau sein = krank sein!) Häufig schüchterten Ärzte Frauen ein, bis diese glaubten, eine Hysterektomie sei “nötig”. Dabei verschwiegen sie ihren Patientinnen, dass die Quote von Hysterektomien mit tödlichem Ausgang tatsächlich höher war als die Sterblichkeitsrate von Uterus/Gebärmutterhalskrebs. Zudem verkündeten die Gynäkologen, dass “die Befreiung von Ängsten und die extreme Furcht vor Gebärmutterhalskrebs ebenfalls die Hysterektomie bei einer Frau rechtfertige. Natürlich vergassen sie zu erwähnen, dass diese Angst in hohem Masse von den Ärzten selbst hervorgerufen wird! In den Krankenblättern von Patientinnen, denen gesagt wurde, bei ihnen sei eine Hysterektomie “nötig” steht dann: “Patientin verlangt eine Hysterektomie”.
Medizinische Fachblätter liefern Beweise für die Realität: “Seit man beobachtet hat, dass Gebärmutterhalskrebs bei Nonnen fast nie vorkommt, gilt es als unbestritten, dass heterosexuelle Betätigung ein wesentlicher Faktor für die Auslösung von Gebärmutterhalskrebs ist”. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Beweise sie dazu zwingen anzunehmen, dass das männliche Sperma einen Krebsauslöser enthält, der auf eine “Zielzelle” im Gebärmutterhals einwirkt.
Mit ihren unerschöpflichen Umkehrmechanismen manipulieren Ärzte ihre Patientinnen dahin, dass sie glauben, Frauen seien die Kastrierer der Männer. Diese Story läuft schon fast derjenigen von der Geburt Evas aus Adams Rippe den Rang ab!
Manipulierte Kastration dient – ebenso wie manipulierte Befruchtung – als Mittel, die weibliche Sexualität unter Kontrolle zu halten und Frauen zu bestrafen, indem man ihnen Schmerzen und Invalidität zufügt. Siehe Genesis 3:16: “Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein”.
Fortsetzung folgt.
Als im 19. Jahrhundert Anästhesie bei der Geburt eingeführt wurde, gab es wütende Opposition seitens der Kirche. Die Lockerung von Evas Fluch schien die Grundfesten der patriarchalen Religion zu erschüttern. Der Druck der Kirche führte dazu, dass Frauen während der Wehen gefährliche Medikamente, verharmlost als “Schmerzmittel”, aufgezwungen werden. In Wirklichkeit aber blockieren diese das Gedächtnis. Scopolamin beispielsweise löscht die Erinnerung an Schmerzen aus und ruft zugleich ein der Raserei ähnliches Verhalten beim Gebären hervor. Die so medikamentierten Frauen schwören, dass sie keinerlei Schmerzen bei der Geburt verspürten. Ohne das Wissen von ihrem Schmerz lassen sie sich dann auf weitere Schwangerschaften ein. So werden die sadistischen Kirchenmänner durch das Nicht-Aufheben der Schmerzen zufriedengestellt und die Frauen betrogen! Bei keinem weiblichen Tier sind solche Schmerzsymptome bei der Geburt zu beobachten.
Wenn Frauen nach den Wechseljahren von der Möglichkeit schwanger zu werden befreit sind, entfällt für die Männer der eigentliche Grund, Frauen eingesperrt zu halten. Freisein von Schwangerschaft ist böse im gynäkologischen, patriarchalen Staat. Eine freie weise Frau ist eine potentielle Ausbrecherin/Abweichlerin. Deshalb muss sie geheilt werden. Sie wird mit Propaganda überschwemmt um sie zu überzeugen und ihr einzureden, Wechseljahre seien eine Krankheit, die behandelt werden müsse. So verkündet die Ärzteschaft, der Hormonspiegel der unbehandelten Menopause sei ein möglicher zusätzlicher Faktor für die Entstehung von Krebs. Man(n) versäumt aber zu erwähnen, dass es sich dabei um einen völlig natürlichen Vorgang bei Frauen handelt. Frauen werden mit grosser Überredungskunst dazu veranlasst, hoch dosierte Hormonpillen zu schlucken, und auf die Frage, wie lange eine Frau in den Wechseljahren diese Hormone nehmen sollte, bekommt sie zu hören: “Bis ans Ende Ihres Lebens.” – Wenn frau den Vorschriften des Arztes folgt, wird das wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen.
Dass die Östrogen-Ersatz-Therapie sehr riskant ist und eben durch diese das Krebsrisiko sogar erhöht wird, wissen Ärzte schon seit 30 Jahren. Doch erst vor 2 – 3 Jahren ist diese Erkenntnis an die Öffentlichkeit durchgedrungen. Aber trotz aller Beweise weigern sich noch immer viele Gynäkologen, ihre Haltung zu ändern. Weise Alte Frauen sind unerwünscht in der Gesellschaft und sollten möglichst stillgelegt wenn nicht gar ausgemerzt werden. Lässt sie das nicht auf medikamentöse Art mit sich machen, wird sie verhöhnt, verspottet und lächerlich gemacht – ein weiteres bewährtes Rezept der Androkratie. (Kommentare in diese Richtung konnten wir im Frauenblog schon mehrfach lesen.)
Eines der Hauptziele der Gynäkologie ist, wie gesagt, die Gesellschaft von Weisen Alten Frauen zu reinigen, d.h. zu verhindern, dass Frauen zu Weisen Alten Frauen werden. Um das zu erreichen braucht es ein Komplott, eine Zusammenarbeit von Körper- und Seelen-Gynäkologen (Therapeuten, Psychologen, Psychiater). Zusammen fungieren sie als Vertraute der Frauen und reinigen sie von ihrem Eigenleben. Frauen vertrauen ihren Gynäkologen und Therapeuten persönliche Dinge an, die sie keiner anderen Frau verraten. So hält die “Vereinigung der heiligen Geister” Frauen davon ab, ihre Geheimnisse miteinander zu teilen, so wird ein Zusammenschluss der Frauen verhindert. Diese “Vereinigung der heiligen Geister” ist die moderne, säkulare Kirche der Frauen und blockiert den Weg zu feministischem Zusammenschluss/weiblicher Kommunikation. Die Körper-Ärzte geben ihren Gläubigerinnen die Pille als tägliche heilige Kommunion, die Seelenärzte laden sie zur wöchentlichen Beichte vor.
Männer afrikanischer Stämme glauben, dass ein Mann, der mit einer nicht-beschnittenen Frau schläft, durch ihren “Stachel” getötet wird. So lautet die fachmännische Lösung, dass der “Stachel” aus dem Innersten der weiblichen Seele entfernt werden muss, nämlich die Lebenskraft der Frauen, die notwendig ist, um den dichten Schleier des patriarchalen Mythos und dessen ritualisierte Kontrolle über das weibliche Leben zu durchschauen. Frauen, die es wagen, dieses Sado-Ritual der “Fachmänner” zu kritisieren, werden als “paranoid” abgestempelt. Der Mut, diesen “heiligen Geistern der Gynäkologie” zu widersprechen, ist in letzter Konsequenz der Mut zur Blasphemie.
Die Rechtfertigungsideologie, mit der sich diese Seelenklempner von ihrer Verantwortung an der psychotherapeutischen rituellen Zerstörung von Frauen lossprechen lautet: “Die Mutter ist schuld.” – Die Variation zum Thema: Das Opfer ist schuld!
Wie das gemacht wird, beschreibt der grosse “Vater” aller Therapeuten, Sigmund Freud, in seinen “klassischen Werken” am “Fall Dora”, die an “Hysterie” litt. Diese hat im Alter von 14 Jahren einen sexuellen Übergriff erlebt. Freud beschreibt die Szene folgendermassen:
Herr K., ein älterer Mann und Freund der Familie, dem es gelungen war, mit Dora allein zu sein, “presste plötzlich das Mädchen an sich und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen”. Freuds profunde Analyse:
“Das war wohl die Situation, um bei einem 14-jährigen unberührten Mädchen eine deutliche Empfindung sexueller Erregtheit hervorzurufen. Dora empfand aber in diesem Moment einen heftigen Ekel, riss sich los und eilte an dem Manne vorbei zur Treppe und von dort zum Haustor.”
Für Freud gilt es als selbstverständlich, dass jede Frau, die “berührt”, das heisst sexuell belästigt wird, als Reaktion ein überwältigendes Verlangen nach dem Mann verspüren müsste, der sich an ihr vergeht, ihr Gewalt antut. Doras normale Reaktion, Abscheu und Selbstschutz, wird negiert. Freud posaunt weiter:
“In dieser Szene ist das Benehmen des 14-jährigen Kindes bereits ganz und voll hysterisch. Jede Person, bei welcher ein Anlass zu sexueller Erregung überwiegend oder ausschliesslich Unlustgefühle hervorruft, würde ich unbedenklich für hysterisch halten….Anstatt der Genitalsensation, die bei einem gesunden Mädchen unter solchen Umständen gewiss nicht gefehlt hätte, stellt sich bei ihr die Unlustempfindung ein, welche dem Schleimhauttrakt des Eingangs in den Verdauungskanal zugehört, der Ekel.”
Mit diesem obszönen Geschwätz gibt der grosse Gehirnschlosser bekannt, dass jede Frau, die eine Vergewaltigung nicht geniesst, hysterisch ist. Diese psychoanalytische Geplapper ist ein Musterbeispiel dafür, wie der Therapeut die männliche Verantwortung für Vergewaltigung auf allen Ebenen ausmerzt. Das Opfer ist daran schuld, ein Opfer zu sein, weil sie “es so wollte”. Das Opfer ist aber auch schuld, ein Opfer zu sein, weil sie “es NICHT so wollte”, weil sie es nicht genoss, wenn ihr Gewalt angetan wurde. Genau das ist die Krankheit der Frauen, die geheilt werden muss!
Der Katalog an Therapien, mit denen Frauen “geheilt” werden sollen, ist endlos geworden. Verhaltenstherapie, Familientherapie, Spieltherapie, Gestalttherapie, Hypnosetherapie, Sextherapie, Transzendenztherapie, psychoanalytische Therapie, somatische Therapie, Encountertherapie, biofunktionale Therapie, existentielle Analyse, etc., etc., und – nicht zu vergessen – die patriarchale Psychotherapie schlechthin, u.a. die Mär vom “Penisneid” und “der-Mutter-die-Schuld-geben-Therapie”. Und natürlich die “Wie-gehe-ich-mit-Beziehungen-um-Therapie”. Alles wird plötzlich “therapeutisch”: schreiben ist therapeutisch, schwimmen ist therapeutisch, singen ist therapeutisch, etc., etc.. Was die so therapierte Frau vergisst: schreiben ist schreiben, schwimmen ist schwimmen, singen ist singen! Die Probleme der therapiesüchtig gemachten Frau enden nie – sie haben die Endlosigkeit eines geschlossenen Kreises, in dem schliesslich alles zum Problem hochstilisiert wird. Sie ist abhängig gemacht worden von der männlichen Gehirnwäschetherapie. Der weibliche Sinn für Wildheit/Abenteuer wird gezähmt. Die Frau hält ihr Im-Kreis-Herumtasten in diesem von Männern gemachten Irrgarten für Fortschritt. Wenn sie total “geheilt” ist, ist sie “am Ende”. Wenn nicht, bleibt sie in ihrem Zustand von Depression und betet die Litaneien und Rosenkränze ihrer therapeutischen Erlösungsgeschichte herunter. Sie nimmt an Gruppensitzungen teil in der Hoffnung, ihren Lebensmut, ihre Lebensgeister von denen zurückzubekommen deren ursprüngliche und vornehmliche Aufgabe es ist, sie zu ent-mutigen, sie zu ent-geistern.
Die Verstümmelung von Frauen erreicht ihren Höhepunkt darin, dass solchen Verstümmelungen nun auch noch ein Hauch von Glamour verliehen wird. Noch vor wenigen Jahren war jede Frau gebrandmarkt, die zu einem Therapeuten ging. Heute hingegen wird sie stigmatisiert, wenn sie es NICHT tut! Genauso wie es bald bei Frauen über fünfzig abnormal sein wird, ihre eigenen Brüste zu haben. Eine Institution, die ihren Status so schnell ins Gegenteil verkehren kann und innert Kürze soviel Macht und Prestige gewinnt, kann zweifellos nur den Interessen des Patriarchats dienen.
Hier möchte ich noch anmerken, das Freud und auch viele altbekannte Dichter selber ein Problem hatten mit Frauen und eben auch mit Beziehungen!
Meiner Ansicht nach hatten und haben fast alle Männer ein Problem mit Frauen. Vom ersten Lebenstag an wird ihnen eingeimpft, sie seinen besser, den Frauen übergeordnet, einer höheren Kaste zugehörig. Im Laufe ihres Lebens aber merken Männer, dass das nicht stimmt. Zugeben können, wollen, dürfen sie das nicht – nicht mal vor sich selbst. Das erzeugt einen inneren Konflikt, der zur Aggression wird, und diese Aggression wird dann auf die Frauen projiziert und artet in Unterdrückung der Frauen aus.
Wir haben gesehen, wie Frauen von Seelen-Gynäkologen abhängig gemacht werden. Auch die Körper-Gynäkologen setzen alles daran, Frauen von sich abhängig zu machen und haben ihre Methoden weiter entwickelt, damit diese Abhängigkeit maximal erhalten bleibt. Körper und Seele der Frauen werden von diesen “Göttern” besetzt. Per Injektionen oder “harmlosen” Tabletten werden der Frau künstliche Hormone eingeflösst. Nun muss sie dauerüberwacht werden aus Angst vor krebsverdächtigen Zellen. Ihr Bewusstsein wird mit dieser Angst besetzt. Diese Angst wächst mit den von der “Vorsorge”-Medizin verordneten ständigen Test und Untersuchungen, welche die Funktion haben, diese Angst ständig aufrecht zu halten und zu verstärken und die Frau dadurch erst recht für die Krankheit empfänglich zu machen. Getrieben von dieser ständigen Angst sind Frauen dann bereit, sich unentwegt Brustuntersuchungen, Mamographien, Krebsabstrichen, regelmässigen Unterleibsuntersuchungen zu unterziehen. Sie sieht sich selbst nur noch durch die männliche Brille und kontrolliert sich zwanghaft ständig selbst vor dem Spiegel um sicherzustellen, dass ihre Haare, Augenbrauen, Wimpern, Lippen, Haut, Brüste, Hintern, Bauch, Hüfte, Beine, Füsse etc. für männliche Massstäbe “zufriedenstellend” sind. So wird sie dauermanipuliert und zu weiteren gefährlichen Schönheitsoperationen und Giftspritzen (Botox) ge- und verführt. Sie wird programmiert auf das Nachbeten von “Dein Wille geschehe”. Die dermassen von männlichen Dogmen besetzte Frau wird zur unersättlichen Konsumentin und spürt sich selbst nicht mehr. Sie merkt nicht mehr, wie sie sich mit jedem Tag abhängiger macht von männlichen Vorschriften und Ideologien, die nur auf ein Ziel hinsteuern, nämlich die Frau zu unterwerfen, ihr eigentliches Wesen, ihr Selbst, ihr Sein zu zerstören. Sie verliert, verbraucht und zerstört sich selbst. Vermeintliche Hilfe bietet da dann wieder der Seelen-Gynäkologe, der sicherstellt, dass die Frau in ihrem Hamsterrad gefangen bleibt und nie heraus findet. Die Zusammenarbeit von Körper- und Seelen-Gynäkologen funktioniert perfekt um auf die Frau Macht auszuüben und sie im Zaum zu halten. Sie wird zur leeren Hülle, jeder Lebenskraft und Vitalität beraubt, zum männlichen Inbegriff von “Frau”, geschaffen nach dem Bild, das ihr Gott von ihr entworfen hat.
So wie afrikanische Männer die Beschneidung bzw. Ausschneidung der Klitoris bei Frauen verlangen, so ist die Forderung patriarchaler Männer westlicher Zivilisationen die von ihrem Selbst “gereinigte” Frau. Sie wünschen sich die Frauen leer, als leere Hülle, damit sie sie mit männlichen Projektionen und männlichen Vorstellungen davon, wie eine Frau zu sein hat, füllen können. Das ist in unseren Breitengraden die Vorbedingung für die Heiratstauglichkeit der Frau, genauso wie es die Beschneidung der Frau für afrikanische Männer ist. So werden Frauen letzten Endes sogar dazu gebracht, die sadistischen und frauenfeindlichen, ja sogar frauenmörderischen, Rituale der Männer auch noch gutzuheissen und zu unterstützen. Ganz eindrücklich erleben wir das, wenn Frauen Pornographie toll und sexy finden. Pornographie ist nicht Nacktheit und Erotik. Pornographie ist die Verknüpfung von Lust auf Sex mit Lust auf Erniedrigung und Gewalt – Erniedrigung von und Gewalt an Frauen! Männlicher Sadismus pur. Eine nackte, gefesselte, gefolterte und entpersonalisierte (verdecktes oder nicht gezeigtes Gesicht) Frau mit gespreizten Beinen. Verhöhnend wird sie auch noch modisch arrangiert: Lackierte Fussnägel und als Verzierung offene, schwarze, hochhackige Stilettos. Über ihr steht zwischen ihren Schenkeln zähnefletschend eine riesige Dogge mit einem breiten nietenverzierten Lederhalsband in Fickposition. In den Augen der Frau ist pure Angst zu sehen. – Solche Bilder hängen nicht auf irgendwelchen Männer-WCs. Sie hängen in Museen, werden in Hochglanz-Zeitschriften mit Millionenauflage publiziert.
Sie liegt allein im Herrenklo auf dem Rücken, die gespreizten Beine Richtung Pissoir. Ihre Augen sind weit aufgerissen, die Pupillen haben die Starre einer Toten. Sie trägt Modeschmuck, Ohrringe und eine dreireihige Perlenkette, dazu eine schwarz/rote Weste, einen rosa Rock, Netzstrümpfe an Strapsen und goldene Pumps. Auf dem Boden neben ihr liegt ihre Jacke und die geöffnete Handtasche, aus der rosa Perlen quellen. – Tod auf dem Herrenklo, in einem Kleid von Vivienne Westwood! – KunstkritikerInnen schreiben dazu Sätze wie “Trotz ihres gewaltsamen Todes vermitteln Frauen eine subtile Erotik, die die Phantasie des Betrachters nährt.” Solche Bilder werden dann auch noch als “Hymne auf die Frau” gepriesen und sind als “Kunst” unkritisierbar – alles andere wäre “Zensur”!
Stellen wir uns einmal folgende Bilder vor:
Ein gefesselter dunkelhäutiger Mann, der scheinbar von einem Hund vergewaltigt wird, oder
Ein Asiate, der in der Frauentoilette mit angstgeweitetem Blick und runtergelassener Hose zitternd Richtung Frau mit Peitsche blickt -
Ein Jude, der als dekorative Leiche in einem Armani-Anzug mit Gelbem Stern am Revers, auf einem Bahngleis drapiert liegt.
Undenkbar! Solche Fotos würden niemals gedruckt, und wenn, dann umgehend verboten. “Aufhetzung zu Rassen-, Fremden- und Judenhass” würde so Etwas genannt. Aber bei Frauen…es sind ja nur Frauen. Und die Propagierung und Verherrlichung von Frauenhass darf nicht nur auf Hochglanzpapier gedruckt und millionenfach verbreitet werden – sie ist sogar Kunst!
Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Pornographie und Unterdrückung und Unterbezahlung der Frauen. Eine Menschengruppe, die so verächtlich dargestellt werden darf, ist einfach weniger wert – in jeder Beziehung. Pornographie ist die Kriegspropaganda im Krieg der Männer gegen die Frauen!
Pornographie ist keine Erotik – sie tötet die Erotik! Sowohl in solchen Bildern als auch in Filmen wird die Frau auf geschlechtliche Benutzbarkeit reduziert. Damit wird weibliche Unterlegenheit und männliche Dominanz ausgedrückt.
Nur Frauen, die zuerst zur leeren Hülle gemacht und ihres Selbst beraubt, danach mit männlichen Ideologien und männlicher Propaganda gefüllt worden sind, können Erniedrigung, Vergewaltigung, Ermordung von Frauen auch noch gut finden und verteidigen. Das ist nicht sexy – das ist ein Verstoss gegen Menschenrechte und Menschenwürde! Aber die sind offensichtlich auf Frauen nicht anwendbar. Wäre das anders, müssten z.B. Frauenhandel und erzwungene Prostitution von Frauen viel rigoroser geahndet werden. Aber die Gesellschaft schaut mit geschlossenen Augen zu…es sind ja nur Frauen!
@pinks
Richtig! Unter anderen stammen meine “Weisheiten” auch von Mary Daly. Soviel Bildung hätte ich Dir gar nicht zugetraut. Eigentlich wollte ich am Ende meiner Beiträge auf all die Bücher hinweisen, die diese Themen beleuchten und in diesem Zusammenhang noch zusätzlichen Aufschluss und noch mehr Info geben. Zum Beispiel auch auf den Verlag “Frauenoffensive”, bei dem man all diese klugen Bücher bestellen kann.
Wenn Du all diese Bücher kennst und gelesen hast, wie kannst Du dann manchmal einen solchen Stuss von Dir geben? Bist Du einer dieser Männer, die solche Bücher lesen nur um zu wissen, wofür Frauen kämpfen um dann rechtzeitig Gegensteuer geben zu können?
Es ist erst halb sechs Uhr morgens. Viel zu früh um am Computer zu sitzen. Aber ich möchte meinen Hexenbeitrag noch zu Ende bringen, bevor ich mich für die nächsten paar Tage ausklinke. Dieses Mal hat das nichts mit nervenden Männern zu tun. Ich muss in ein paar Stunden mit der Fähre nach Athen um meine Hunde impfen zu lassen für unsere bevorstehende Reise in die Schweiz. Für die insgesamt 8-stündige Schifffahrt habe ich mir das Buch “Supermacht MANN” von Cheryl Benard und Edit Schlaffer eingepackt.
Einer meiner Hauptgründe für die Hexenbeiträge war, Euer Interesse für Frauenliteratur und Frauengeschichte zu wecken. Natürlich habe ich mir mein Wissen aus Büchern angeeignet. Einiges habe ich auch selbst erlebt und konnte es mit Hilfe all dieser Bücher verstehen und einordnen. Erfahrungsgemäss bringt es aber nichts, nur mit Buchtiteln um sich zu werfen und Frauen aufzufordern, diese Bücher zu lesen. Mit kurzen Zusammenfassungen von hunderten von Seiten habe ich hier versucht zu zeigen, worum es bei Frauenliteratur geht, und dass es wichtig ist, dass wir nicht nur unsere Geschichte kennen sondern auch beginnen, die bösen “Spiele”, die das Patriarchat mit uns treibt zu durchschauen. Die Ferienzeit beginnt, und vielleicht hat ja die Eine oder Andere von Euch dadurch Lust bekommen, statt eines Krimis oder dem neusten Bestseller mal ein Buch von Mary Daly, Christa Mulack, Irene Fleiss, Claudia v. Werlhoff, Heide Göttner-Abendroth, Shere Hite, Maria Mies, Alice Schwarzer, Carola Meier-Seethaler, Simone de Beauvoire, oder einer der anderen Autorinnen, die ich in diesem Blog schon oft erwähnt habe, an den Strand oder in die Badi mitzunehmen. Schaut mal rein bei http://www.verlag-frauenoffensive.de. Wenn Ihr bei Frauen kauft, unterstützt Ihr auch engagierte Frauen. Sonst gibts ja immer noch Orell-Füssli oder Amazon.
Wenn ich am Wochenende aus Athen zurück auf der Insel und wieder an meinem Compi sein werde, hat ja dann endlich die Fussball-WM begonnen. Da haben die Männer dann wichtige Termine und wir können uns wieder in Ruhe unterhalten. Ganz abgeschlossen ist meine “Hexen-Kolumne” noch nicht. Ich muss Euch als Abschluss unbedingt noch die Geschichte bzw. Metapher der bemalten Vögel von Mary Daly erzählen. Dafür fehlt mir aber jetzt die Zeit. Bis demnächst also.
Bevor ich auf Mary Daly zurückkomme:
Habt Ihr Euch schon mal Gedanken gemacht über die Entwicklung der Reproduktionsmedizin der letzen Jahre? Da wird weltweit auf Hochtouren geforscht unter dem Vorwand, kinderlosen Paaren zu Nachwuchs verhelfen zu wollen. Geld spielt dabei keine Rolle. Glaubt Ihr allen Ernstes, dass all dies aus philanthropischen (menschenfreundlichen) Gründen geschieht? In einer Zeit, wo die Erde unter der Überbevölkerung durch den Menschen jetzt schon fast zusammenbricht?! Gemäss Statistik soll sich die Erdbevölkerung in den nächsten 58 Jahren verdoppelt haben!
Der frenetische Wettlauf in der männlichen Forschung dient ganz anderen Zwecken. Die Frau als Lebensspenderin soll überflüssig gemacht werden. Männer arbeiten hektisch daran, Frauen ganz auszuschalten und sich selbst zu “Gebärern” aufzuschwingen. Menschen sollen – nach dem Willen der ForschER – künftig in Laboratorien gezüchtet, kreiert und “designed” werden können. Ob das gelingt? Vorläufig braucht es z.B. zum Klonen noch immer weibliche Eizellen, männlicher Samen hingegen ist dazu nicht notwendig. Sollte es doch eines Tages möglich sein, Menschen im Labor herzustellen, dann – Frauen – wird unsere Unterdrückung besiegelt sein. Weibliche Menschen werden dann wohl nur noch für Sklavenarbeit “hergestellt” werden. Ob sich die Natur allerdings so weit verbiegen lässt, wage ich zu bezweifeln. Genauso bezweifle ich, dass Männer “Freunde” der Frauen sind. Solange sie uns noch zur Arterhaltung brauchen, arrangieren sie sich mit uns, soweit dies unbedingt notwendig ist. Das ist alles – mehr ist da nicht drin!
Als Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 5 in diesem Posting lest mal folgendes:
http://genderblog.de/index.php/2010/04/26/zur-situation-der-hebammen-in-deutschland/
Die Hebammen sind den GynäkologEN auch heute noch ein Dorn im Auge. Heute versuchen sie, Hebammen mit finanziellen Mitteln zu stoppen und auszuschalten.
So sehen die modernen Scheiterhaufen des Patriarchats von heute aus:
http://www.blick.ch/news/ausland/amanda-ist-unschuldig-mein-bruder-ist-der-moerder-148730
Es gibt zahlreiche auffallende Parallelen der Hexenverbrennungen mit den Verbrennungen der Juden in den Konzentrationslagern des Naziregimes. Die Zahl der Opfer der Frauenverbrennungen ist mindestens so hoch wie die der jüdischen Opfer. Einen gravierenden Unterschied jedoch gibt es: Während wir alle über die Greueltaten des Zweiten Weltkrieges immer und immer wieder informiert werden, werden die millionenfachen Morde an Frauen totgeschwiegen. Noch nie hat sich ein Mann dafür bei den Frauen entschuldigt. Noch nie wurden Reparationszahlungen an Frauen geleistet. Noch nie hat jemand die Aufarbeitung dieser grauenvollen Etappe der Geschichte gefordert. Das könnte damit zusammenhängen, dass die Hexenverfolgung noch nicht vorbei ist. Hier ein kleines, auf den ersten Blick vielleicht unbedeutsam erscheinendes, Beispiel:
Aus den Konzentrationslagern wird berichtet, dass die Häftlinge völlig unsinnige Arbeiten verrichten mussten. So wurden sie z.B. gezwungen, schwere Steine von einer Stelle an die andere zu tragen und dann wieder an den ersten Ort zurückzubringen. Ebenfalls wurden sie gezwungen, Erdlöcher mit ihren blossen Händen auszugraben, obwohl Werkzeuge vorhanden waren.
Sie hassten diese sinnlose Arbeit, obwohl es ihnen eigentlich hätte gleichgültig sein können, ob ihre Arbeit nützlich war oder nicht. Aber sie fühlten sich erniedrigt, wenn sie dermassen stupide Tätigkeiten ausüben mussten. Ebenso hassten sie es, wenn sie auf Befehl der SS-Kommandeure zu all dem auch noch fröhliche Lieder singen mussten.
Wer verrichtet denn in unserer Gesellschaft all die stupiden Arbeiten? Wie oft müssen wir “mit unseren blossen Händen graben”, obwohl Handwerkszeug zur Verfügung steht – aber nicht zu UNSERER Verfügung! Immer wieder werden wir von den Kommandeuren aufgefordert, “fröhliche Lieder” zu singen…”aufgestellt”, glücklich, positiv, freudestrahlend, schwungvoll sollen wir mit unseren Staubsaugern durch die Wohnung tanzen und den Dreck der Herren wegputzen, ihre schmutzige Wäsche waschen, etc.,etc.,… und – vor allem – dazu lächeln, lächeln, lächeln…
Das Handwerkszeug, das zur Verfügung steht, aber nicht zu unserer Verfügung, das sind die Gesetze, die vielfach vorhanden sind, aber in der Regel zugunsten der Männer ausgelegt werden.
Strukturiertes Denken – Argumente zu finden, wo keine sind – das wird in erster Linie Männern beigebracht. Damit manipulieren sie uns zielstrebig in die von ihnen gewünschte Richtung. Und bis wir es merken, ist es meist zu spät…
Nun also zur Metapher der bemalten Vögel:
Die Erzählung “Der bemalte Vogel” beschäftigt sich mit einem Mann, der seine sexuelle Frustration an Vögeln auslässt, indem er ihre Federn bemalt. (Dabei handelt es sich um weibliche Vögel. Ich spreche deshalb von dem Vogel als “sie” statt “er”.)
In dieser Geschichte bekommt der Vogel ein künstliches Selbst. Sie wird von ihrem Folterer in einem Ausmass kosmetisiert, dass sie von ihren eigenen Artgenossen nicht mehr erkannt wird. Diese stürzen sich auf sie, foltern und töten sie.
Dieses Bild wird zu einer Umkehrung, wenn es auf die Situation der Frauen unter der Männer-Herrschaft (Patriarchat) angewendet wird. Hier ist nicht der “bemalte Vogel” die Ausnahme, die kosmetisierte Missgeburt. Vielmehr ist dieser Zustand für Frauen unter der patriarchalen Herrschaft die normale, alltägliche Lebenssituation. Die Frau wird zum bemalten, kosmetisierten Gebrauchsgegenstand reduziert – auf der physischen und auf der psychischen Ebene. Hier wird nicht die vom Mann bemalte Vogel-Frau als “Missgeburt” angesehen, sondern die Frau, die die Farben abwäscht und zu ihrem ursprünglichen Selbst zurückfindet. Sie wird von den Mutanten ihrer eigenen Art, den von Männern gemachten und bemalten Frauen, angegriffen. Ihr gelten die Grausamkeiten durch jene, die in ihrer Alibi-Funktion (der Bemalung durch die Männer) aufgehen – jene Frauen, die zum Alibi GEMACHT wurden, bevor sie eine Chance hatten, ihr weibliches Selbst zu leben. Zu solchen Frauen gehören beispielsweise die “Alibi-Ärztin”, die “Alibi-Politikerin”, die “Alibi-Rechtsanwältin”, die “Alibi-Professorin”, etc.. Diese Frauen erhielten Einlass in Teile des patriarchalen Territoriums als EINE SHOW WEIBLICHER ANWESENHEIT. Sie werden uns als Vertreterinnen der “weiblichen Hälfte der Menschheit” präsentiert. Um Einlass in dieses Territorium zu erhalten, gibt es für diese Frauen heimliche, unausgesprochene, aber dennoch unmissverständliche Vorschriften, und das oberste Gebot lautet: “wie ein Mann” zu denken. Nur Frauen, die diese eiserne Regel befolgen – und ihre Bemalung nicht abwaschen – dürfen im Spiel der Männer mitspielen. Die Frauen, die der Reduzierung auf den Zustand eines Gebrauchsgegenstandes – dem Zustand des bemalten Vogels – entkommen sind, stellen eine kleine Minderheit.
Da Männer in Machtpositionen ihre Alibi-Frauen, die die “weibliche Hälfte der Menschheit” repräsentieren sollen, sehr sorgsam auswählen, können wir davon ausgehen, dass diejenigen, die für eine solche Rolle auserwählt werden, mit grösster Wahrscheinlichkeit aus den Reihen der Alibi-Frauen kommen – aus den Reihen jener also, die die Alibi-Funktion am perfektesten erfüllen, die am meisten kosmetisiert und bemalt sind, die sich am engsten mit männlichen Zielen und Vorstellungen identifizieren.
Frauen, die gerade dabei sind, ihre Bemalung abzuwaschen, bekommen das Knurren und Zähnefletschen des Patriarchats zu spüren. Mit dieser Aufgabe wird häufig die Alibi-Frau benutzt, die oft unwissentlich ihren Herren dient, indem sie ihre eigenen Artgenossinnen verrät. Sie führt Handlungen aus, die nicht so ganz gentleman-like sind und vertuscht damit die eigentliche Rolle, die die Männer in diesem bösen Spiel innehaben. Sie verschleiert männliche Verantwortung und männliche Absicht, indem sie im Namen der “höheren Ordnung” handelt. Und die Herrscher reproduzieren sie laufend. Sie erhält ihre Legitimation, Anerkennung und Absolution von den sie umgebenden Männern, wird sogar von ihnen gelobt. Wenn sie die Masche der Männer vorschriftsgemäss abzieht, durchschaut sie nicht die Bedeutung dieser männlichen Anerkennung, sie merkt nur, dass es Anerkennung IST – das Schmeicheln, von dem ihre Identität abhängt. Diese selektive Blindheit ist die wichtigste Anforderung an ihre Rolle; sie hegt keinerlei Verdacht, dass genau dies der archetypische dreckige Witz ist, in dem sie eine so entscheidende Rolle spielt. Sie weiss und erkennt nicht, dass sie selbst – IHR SELBST – die Witzfigur ist. Sie merkt nicht, dass sie unwissentlich eine Überträgerin der Farbenkrankheit ist und dadurch die Bedingungen, unter denen Frauen im Patriarchat leben, verschärft.
Es braucht grosse Stärke und Willenskraft um dieser Farbeninfektion zu widerstehen. Ein solcher Kampf besteht jedoch nicht darin, mit einer, die in einer sich ständig verhärtenden Farbkruste eingeschlossen ist, zu argumentieren, ihr zu widersprechen, zurückzuschlagen, sondern vielmehr darin, die eigene Farbkruste abzuschütteln, durch die wir selbst gelähmt und abgestorben sind. Je weniger wir zulassen, dass etwas davon an uns haftet, desto kleiner wird die Möglichkeit, dass eine neue Sprühladung von Farbe an unserer Oberfläche kleben bleibt. Statt auf eine ihm gleiche Oberfläche zu treffen, wird dieses Gift abgewiesen, denn die starke Aura des Selbst wird das Selbst vor diesen Angriffen schützen.
Das Ent-malen ist ein Prozess, den unser Selbst ausführen muss. Dafür müssen wir zu unserem Selbst zurückfinden. Die Frau, die sich von Farbe befreit, “lädt nichts ab” – sie hebt ab, um nicht mehr zum “Normalen” zurückzukehren, sondern sich stattdessen zu erkühnen, auszusteigen. Sie lernt ihren Zorn kennen, und das heisst, sie ist bereit zu handeln. So entkommen wir der Depression, die eine Niederlage und ein Rückzug vor dem Bösen ist und unsere Energien gegen unser Selbst richtet. Der gerechte Zorn starker Frauen schleudert die Farbe zurück in die Augen der Seelen-Totschläger. So entkommen wir dem totalitären Alibi-nismus. Wenn wir uns selbst ent-malen und fliegen, erscheinen wir den Anstreichern und Angestrichenen als verrückte Hexen. Was jedoch tatsächlich geschieht: Unser Selbst bricht aus dem Irrgarten aus und zerschmilzt ihn, indem wir ihn aus der richtigen Perspektive betrachten. Nur so bekämpfen wir die noch immer andauernde Hexenjagd, das heisst: Wir fliegen frei, wir haben unsere ursprüngliche, eigene Farbe zurück erobert, wir haben uns ent-domestiziert und sind auf dem Weg, wieder zu wilden – statt gezüchteten – Frauen zu werden. Wir holen unserem wilden ureigenen Selbst die Daseinsberechtigung zurück und verteidigen sie gegen die patriarchalen Angriffe.