Die Imitatoren Christi
Unvorstellbares Leid. Unvorstellbare Schmerzen. Die höchste und zugleich niederträchtigste Stufe einen Menschen zu töten! Wirft man einen Blick auf historische Quellen und Aussagen über die Kreuzigung als Hinrichtungsart, so kann einem heute noch Angst und Bange werden. Doch Kreuzigungen sind längst kein Akt der Vergangenheit.
Auch heute noch nehmen jedes Jahr zu Ostern viele Gläubige auf den Philippinen freiwillig ihr Kreuz auf sich und lassen sich vor den Augen aller ans Kreuz schlagen. Wieso tun sich Menschen diese Prozedur nur freiwillig an?
Ein sichtbares Zeichen setzen
Das wollen die Teilnehmer bzw. „Veranstalter“ der Selbstkreuzigung und Selbstgeißelung auf jeden Fall. Religion wieder ein Stückchen „greifbarer“ machen. Gerade heute, wo doch in vielen Köpfen die Religion und der Glaube oft nur eine Ansammlung von historischen Schriften und Bibeltexten ist, die von Sonntag zu Sonntag in den Gotteshäusern dieser Welt nach einem bestimmten Ritus abgespult wird. Eine Ansammlung von Schrift- und Bibelworten, die abstrakte, nicht-sichtbare Wahrheiten verkündet. Nichts weiter als alte Überlieferungen also, die mit ihrer theoretischen Aussagekraft die Zweifel von Skeptikern; Atheisten oder Agnostikern noch schüren anstatt mit der dahinter steckenden religiösen Botschaft einen tief empfundenen Glauben auszulösen. Die Selbstkreuziger jedoch scheinen mit ihrer Inszenierung der
Passion Christi dem etwas entgegensetzen zu wollen: Als streng gläubige Menschen, seine religiöse Überzeugung in extremer Form ausleben und gleichzeitig durch diese Inszenierung das Ausmaß einer religiösen Glaubensbewegung der Öffentlichkeit zu vergegenwärtigen. Ein hehres und selbstverständliches Ziel im Leben eines jeden Selbstkreuzigers.
Alles nur Theater?
Die Kirche sieht das freilich etwas anders. Besonders die römisch-katholische. Auch wenn das Phänomen der Selbstkreuzigung und Selbstgeißlung schon seit 1000 Jahren immer und immer wieder (mal) aufgetreten ist, so kann diese Inszenierung niemals ein Ausdruck von Frömmigkeit im Sinne der katholischen Kirche sein. Das Leiden Christi dürfe einfach nicht zu einem gewaltigen Zirkus verkommen, in dem die eindrucksvollste und härteste Selbstmisshandlung von dutzenden Schaulustigen bewundert wird. Und schließlich ist die seit 1962 stattfindende Selbstkreuzigung, die über Missionsorden auf den Philippinen gelangt ist, unzweifelhaft ein großes Spektakel. Kameras; Fotoapparate und ein riesiges Medienaufkommen sind von Anfang an untrennbar mit dieser Kultur verbunden.
Kollektive Krisenbewältigung
Einen echten Sinn in ihrer Aktion sehen die Teilnehmer trotz der immer wieder von Kirchenseite zu hörenden Kritik. Viele wollen sich ihrer ehrfürchtigen Tat ihrer Sünden und Verfehlungen entledigen und nehmen deshalb die ganzen Qualen auf sich. „Man fühlt sich hinterher einfach befreiter. Es ist wie eine Erlösung“ lautet das einstimmige Echo der allermeisten Teilnehmer. Aber nicht nur die eigenen Sünden spielen bei den Teilnehmern eine Rolle. Auch die schwere Krankheit der Tochter oder der scheinbar unüberwindbare Familienstreit wird so schnell mal zum Motiv eines Selbstkreuzigers. Nicht zuletzt die Erfahrung am eigenen Leib die Leidensgeschichte von Christus spüren zu dürfen, ist für viele Grund genug Ihr Kreuz auf sich zu nehmen.
Liegt das Heil im Kreuz?
Aber ist das wirklich das richtige Instrument um seine religiösen Ideale zu vertreten? Muss nicht schon der gesunde Menschenverstand und vor allem die Sorge um den Gesundheitszustand der Teilnehmer dieses Ritual von sich aus verbieten? Das fragen sich viele, die das schreckliche Ausmaß einer Kreuzigung schon mal gesehen der miterlebt haben.
Doch die Teilnehmer winken ab: „Für sie ist es wie ein Rausch die Schmerzen von Jesus nachempfinden zu dürfen. Sie registrieren bei der Selbstgeißelung schon nach mehreren Schlägen nicht mehr was sie sich selbst antun. Ihre ganze Konzentration beruht auf ihrer Vorstellung sich von ihren Sünden zu befreien und ein lebendiger Teil ihrer Glaubensvorstellung zu werden“. Deshalb lassen sich manche Teilnehmer auch mehr als 10 oder 20 mal ans Kreuz schlagen.
Frauen und Kinder zuletzt
Die Selbstkreuzigung ist nicht nur reine Männersache. Im philippinischen Ort Kapitgan lassen sich ausschließlich Frauen ans Kreuz schlagen. Die meisten dieser Frauen dort verstehen sich als Heilsbringer und sind dort auch in diesem Gewerbe tätig. Von den Vorfällen der Selbstkreuzigung bleiben auch Kinder nicht verschont. Nicht selten werden sie im allgemeinen Getümmel um die öffentliche Zurschaustellung Zeuge dieses Spektakels. Selbst das ganze auf sich nehmen dürfen Sie natürlich nicht. Auch wenn die jüngsten Teilnehmer grade mal 18 Jahre alt sind.
















































Da sieht man mal wieder, was Religion anrichtet! Einfach grauenhaft! Dass solche Institutionen noch immer Zulauf haben lässt sich nur mit absoluter Dummheit und der Verweigerung zum Selberdenken (was die Kirchen ja verbieten) erklären. Einfach froh darüber zu sein, dass man lebt und dieses Leben auch geniesst, ist offensichtlich Sünde. Es muss mit aller Gewalt Leid über die Menschen gebracht werden. Egal, in welcher Religion man sich umschaut. Wann räumen wir endlich mit diesem mittelalterlichen Unsinn auf? Das ist doch einfach haarsträubend und völlig irrsinnig.
1Ich finde es auch irrsinnig, was im Namen Gottes alles passiert. Was mich aber wirklich erschüttert, ist die tragische Rolle schutzloser Kinder, derer Unschuld sich alle Religionen zu bemächtigen versuchen…
Aber schaut doch bei mal bei
http://www.religion.ch/web/joe-m
vorbei. Ich werde dort regelmässig zum Thema Religion schreiben.
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