… oder warum ich froh bin kein Mann zu sein …
Echt. Ich bin wirklich froh Frau zu sein. Eigentlich kann man sich in gewissen Situationen einiges erlauben als Frau. Wär ich ein Mann, wär ich wohl bei den Hodenburnout-Gefährdeten.
Mal ein Szenario: Nehmen wir mal an eine Frau sitzt an der Bar. Neben ihr ein Mann. Frau lächelt den Kerl an. Guckt ihm in die Augen … tief in die Augen … nein! noch viel tiefer … Frau leckt sich flüchtig über die Lippen und fragt … f…..?
Was glaubt ihr was passiert? Frau bekommt ein Ja. Oder ein Nein. Oder ein Grinsen. Oder sie sieht in ein erstauntes Gesicht, dessen Besitzer momentan nicht grad weiss … meint die Frau das echt oder macht die Scherze mit mir? Die wenigsten Männer würden wohl (im negativen Sinne) ausflippen wenn ihnen sowas geschehen würde im Leben. (als Frau eine gescheuert zu bekommen im Ausgang in dieser Situation liegt wahrscheinlich bei einer Möglichkeit von 0,0073 Promille.)
Nun kehren wir das ganze Szenario mal um.
Ein Mann sitzt an der Bar. Neben ihm eine Frau. Er lächelt sie an. Sie dreht den Kopf weg …
oder vielleicht … lächelt sie zurück?
ähm. Ja. da sind wir schon am ersten Problem. Denn … was soll Mann nun tun … spricht er eine Frau an … wird er oftmals als Stelzbock abgewertet. Anbaggerer. ätsch. Will Frau aber angesprochen werden, und Mann tut es nicht (!) ist er eine Matschnase, ein Feigling der unter zuwenig Selbstbewusstsein leidet und NICHT mal die Courage hat eine fremde Frau anzusprechen …
Back zum Szenario. Also. Mann lächelt Frau an. Sieht ihr in die Augen. Und sagt dieses eine Wort mit f… was glaubt ihr was er für ein Feedback er bekommt? ( mal abgesehen von der Tatsache, das die Möglichkeit ala Mann, im Ausgang in dieser Situation, eine gescheuert zu bekommen bei minimum 50% liegt)
*zwinker
aber … was haben vermutlich beide Geschlechter im Jahr 2008 gemeinsam??
puaaa! Handy raus.
aktivieren das Teil.
und sofort seinen Leuten die Storie als SMS reinlassen
:-)
Kommunikation über alles? Wenigstens elektronisch. Wenns schon in der Realität nicht klappt?
Natürlich ist das Szenario übertrieben. Doch wenn es auch nur darum geht, einander im Ausgang anzusprechen, fällt oft auf, da sind Schranken. Weil Mann nicht mehr weiss, soll er jetzt ansprechen oder nicht. Und Frau das eben auch nicht mehr wirklich weiss. Weil Mann denkt, Frau ist ja heutzutage emanzipiert, und kann Mann selber ansprechen wenn sympathisch. Aber Frau, dann eben doch eher in älteren Vorstellungen hängt … auf jeden Fall in dem Bezug: und denkt: also, wenn der Mann mich kennenlernen will, dann muss er schon genug Mut haben mich anzusprechen … und so werden gedanklich Bälle hin und hergeworfen, insbesondere aneinander vorbeigeworfen. Aneinander vorbeikommuniziert.
…






Tja, die emanzipationsgeschädigten Männer – und Frauen. Früher war doch alles besser, oder?
Smile. Sedaris
.. um diese Frage zu beantworten müsste man wissen … WAS du unter “früher” verstehst … vor 10 Jahren? 20 Jahren? oder war das letzten Frühling :-)
Ja es ist zu kompliziert und zu infantil. Bis mensch dann verheiratet ist…
An dieser Stelle nun aber verrate ich meinen lieben Brüdern den definitiven garantiert funktionierenden in-Kontakt-mit-Frauen-komm-Obergeheimtipp:
- leih Dir zwei kleine Kinder für bei einem Dir bekannten Ehepaar aus
- eines davon noch in den Windeln, das andere gerade daraus herausgewachsen
- Wasche, kämmme und rasiere Dich nicht, ziehe Dir irgendetwas an und tue auch sonst nichts um einigermassen anständig auszusehen
- gehe mit den Kindern am Samstag um 14 Uhr an den Zürcher Hauptbahnhof
- nimm das kleinere Kind auf Deinen Arm, das älter an Deine Hand und beginne mit den Kindern die Bahnhofstrasse hoch zu gehen
- mach das was Du Dich sonst nie im Leben getrauen würdest: Schaue jeder daherkommenden Frau ruhig und ohne Hektik mitten in die Augen (Du weisst ja: beim Busen und Po sind sie abgebrüht und ausserdem wollen sie dass wir da hinschauen…)
Falls Du nicht nach 50 Metern schon durch mehrere Gespräche mit allen, wirklich allen Arten von Frauen (auch den hirnrissig schönen, scheinbar unerreichbaren) aufgehalten worden bist, lasse unauffällig oder auch nicht ein Kleidungstück oder das Kuscheltuch eines der Kinder fallen und stell Dich für das Aufheben ein wenig ungeschickt an…
Aber mach Dich auf eine Erfahrung aus einer anderen Dimension gefasst. Oder überleg halt mal, wo das verklärte Grinsen der Papis herkommt, wenn die mit ihrem Nachwuchs die Promenaden abwandeln…
Der Artikel trifft den Kern schon ganz gut. Das sind die Kollateralschaden der in vielen Dingen positiven Emanzipation.
Und ich sage ja auch immer: “Wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht das Selbe”.
Wenn also Brad Pitt sturz besoffen auf einer Party einer Lady in den Ausschnitt ko…, wird es Ihm als charmante und außergewöhnliche (im positiven Sinne) Annährung ausgelegt. Wenn das einem 08/15 Mann passieren würde…. oh jeh.
Klar, das Beispiel ist schon sehr extrem aber ich denke Ihr wisst, was ich meine – und werdet mir zustimmen, oder?
lg
Wow das Wort “Hodenburnout” ist einfach genial und wird direkt in meinen Wortschatz aufgenommen…
Wenn ich diesen Artikel lese, fällt mir nur wieder ein: Wiiee gut, dass ich eine Frau und somit auch nicht Hodenburnout gefährdet bin ;-)