Mehr als vier Fünftel der allein Erziehenden sind Frauen
Die traditionelle Zuständigkeit der Frauen für die Kindererziehung und -betreuung kommt im Geschlechterverhältnis der allein Erziehenden sehr deutlich zum Ausdruck. Tendenziell sind die höchsten Frauenanteile
in allen drei Sprachregionen in den Städten zu beobachten und die geringsten auf dem Land. Im betrachteten Zeitraum zwischen 1970 und 2000 war sogar eine geringe Erhöhung des Frauenanteils an den allein Erziehenden von 86% auf 89% zu verzeichnen. Die Stadt-Land-Unterschiede blieben dagegen ziemlich konstant. Allein erziehende Eltern gehören zu den am stärksten durch Armut und andere soziale Benachteiligungen gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Ein grosser Teil der allein Erziehenden gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weil Erwerbsarbeit und Betreuung der Kinder die Kräfte und Möglichkeiten einer Einzelperson übersteigen. Alimente – soweit sie überhaupt ausgerichtet werden – reichen in den meisten Fällen nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Weil es sich bei der überwiegenden Mehrheit der allein erziehenden Personen um Frauen handelt, sind Frauen von diesem Aspekt der so genannten “neuen Armut” besonders negativ betroffen.






Hallo
Ich lese zwischendurch auf diesen Seiten und bitte um Nachsicht, dass ich mich mit einem Grollen hier erstmals äussere. Das Stirnerunzeln geht aber nicht auf Eure Kappe, da der Schlusssatz wohl aus einer Pressemeldung des Statistikeramtes stammt.
Ich finde es ziemlich mies, dass suggeriert wird, die Frauen seien auch hier wieder die bemittleidenswerten, unterpriviligierten Geschöpfe unserer Gesellschaft. Mich eingeschlossen kenne ich mehrere “Fälle” in denen die Frauen 1. den Männern das Besuchsrecht streitig machen und ihnen die Möglichkeit gar nicht geben WOLLEN, sich um die Kinder zu kümmern um sich allenfalls einen Nebenjob zu suchen – und 2. mit ihren finanziellen Forderungen diese Armut erst auslösen, weil der Mann einfach nicht zahlen KANN.
Dass es die Gerichte sind, die immer noch der veralteten Tradition folgen und das Sorgerecht a priori der Frau zuweisen, statt den Mann nicht nur finanziell, sondern auch in Sachen Betreuung in die Pflicht zu nehmen (z.B. mit einer gemeinsamen SorgePFLICHT), wird wie immer vergessen.
Allein die Statistik sagt noch längst nichts aus über die Ursachen und die Verhaltensweisen der Elternteile. Und Lösungen bietet sie schon gar nicht.
@Goggi
Sicher, gibt es immer verschiedene Seiten und Perspektiven. Schlussendlich entspricht es jedoch einer Tatsache, dass sich eher *Väter* aus dem Staub machen als Mütter. Ich habe diese Statistik nicht veröffentlicht, um zu suggerieren Frauen seien bemitleidenswert. Sondern weil sie einer Tatsache entspricht.
Ich widerspreche auch nicht, dass es Männer gibt die ausgenommen werden. Aber auch da, kann man nicht einfach ein globales Urteil fällen! Denn Denen gegenüber stehen dann wieder die Männer, die ihr Einkommen mit Absicht verringern um weniger Alimente zahlen zu müssen. Schuldzuweisungen und Co. bringen nichts. Weil jeder Fall immer wieder anders ist!
Gemeinsames Sorgerecht wäre auch meiner Meinung nach die Ideallösung für Kinder. Doch in den meisten Fällen von Scheidungen wohl kaum durchsetzbar. Zuviele Emotionen. Und insbesondere: Wenige Menschen sind fähig die Paarebene von der Elternebene zu trennen. Gemeinsames Sorgerecht kann wie der Name dies benennt, nur zum Vorteil der Kinder durchgesetzt werden wenn Eltern fähig sind GEMEINSAM weiterhin für die Kinder zu sorgen. Auch bei, während und nach einer Scheidung. Eine Frage des Vertrauens. Und genau bei Scheidungen ist ja vielfach das Problem, dass das Vertrauen grundlegend erschüttert ist.
Ebenfalls gibt es Väter, die ihre Kinder nicht wollen übers Wochenende. Oder nicht kooperativ sind zum Wohl der Kinder zu handeln. Wenn Kinder nach den Besuchswochenenden überbelastet sind, wenn es erwiesen ist, dass der Vater die gemeinsamen Kindern nicht Kindgerecht behandelt, bin ich der Ansicht, dass es die Pflicht jeder Mutter ist einzuschreiten. Wenn Kommunikation und gemeinsame Lösungssuche die Situation der Kinder nicht verbessert, hat eine Mutter keine andere Wahl als die Kinder bei sich zu behalten!
Ein andere Fall wäre, wenn eine Mutter die gemeinsamen Kinder als Machtmittel missbraucht. ich bestreite nicht, dass es diese Fälle gibt! Aber ich könnte nun auch schreiben: *die kämpfenden armen Papis die immer über die bösen Mamis wettern*
… ich bin der Meinung, dass die meisten Frauen auch mal ein freies Weekend geniessen! Denn 7 Tage die Woche 24 Std die Kinder, ist ja auch nicht nur Zuckerlecken! Kein Freiraum. Keine Ferien. Ich glaube nicht, dass es viele Frauen geben soll, die so eine Situation freiwillig und grundlos auf sich nehmen!
Natürlich, gibt eine Statistik keine Lösung. Dafür bräuchte es meines Erachtens ganz andere Ansätze.
Ehrliche Kommunikation zwischen Mann und Frau, Elternteile die fähig sind *erwachsen* zu sein, die fähig sind Gefühls- und Verantwortungsebenen zu trennen. Doch exakt dies, lernen wir nirgends, nicht war? Oder gibt es ein Fach in der Schule Namens SoKo … *Sozialkompetenz*?
Ich denke nicht, dass ein Vorwurf an die Gerichte das Problem lösen kann. Heute hat jedes Paar, dass sich scheiden lässt die Möglichkeit gemeinsames Sorgerecht zu verlangen. Sicher ist es ein Problem, wenn ein Mann dies will und die Frau nicht, weil man ja exakt diesen Antrag zusammenstellen muss.
Vielleicht könnte es ein Ansatz sein, dass wenn ein Vater dies will, aber die Mutter nicht, das es eine neutrale, kompetente Anlaufstelle geben würde die das Kindswohl abklären würde. Quasi einen Bericht machen für das Gericht. Indem die Frau benennen muss warum Sie das gemeinsame Sorgerecht nicht will. Resp. der Mann seine Anliegen darlegen. Diese Stelle müsste jedoch im Ausgleich geschaffen sein, genau so viele Männer wie Frauen!
Man müsste lernen umzudenken. Bei Scheidungen mit Kindern sollte es zur Pflicht werden, einen Mediator zu beanspruchen. Zuwenige Menschen sehen voraus, sehen Konsequenzen, und checken nicht, dass die Kleinen immer die grossen Verlierer sind. Familientherapien, gerade während und nach Scheidungen wären ein Schritt in eine positive Richtung: gemeinsam für die gemeinsamen Kinder.
ich glaube auch, dass die ewigen Feindereien in den Medien über Mann & Frau einen Einfluss haben. Das die Geschlechter sich oftmals nicht mehr wirklich respektieren und jeder das Gefühl hat, dass andere Geschlecht bekomme mehr Mitleid … :-)… aber Mitleid. bringt niemanden weiter.
weder Väter, noch Mütter, schon gar nicht die Kinder!
Der ausgleichenden Gerechtigkeit halber, möchte ich auch noch an die Frauen erinnern, die KEINEN Unterhalt von den Männer verlangen! Alle Frauen und Männer in einer Lebenssituation in einen Topf zu werfen, bringt nichts.
Und eine Gemeinsame SorgePFLICHT im Sinne von gemeinsames SorgeRECHT als Pflicht, ist wohl kaum durchführbar, wenn die beiden Parteien zerstritten sind. Im Gegenteil. Die Machtkämpfe der streitenden Scheidenden würden dann wohl erst recht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Ausserdem ist erwiesen, das Eltern, die auch nach der Scheidung noch streiten miteinander, mit diesem Verhalten ihren Kindern mehr Schaden, als die Scheidungsphase selbst.
Aletheia
Ich bin, um mich hier noch einzubringen, für eine obligatorische Elternvereinbarung, denn eine Einigung nach der Trennung ist viel schwieriger, in gewissen Fällen sogar unmöglich. Eine Scheidung und das anschliessende Tauziehen der Eltern um Alimente und Sorgerecht richtet meistens noch mehr Schaden an, als die Trennung selbst. Den Kindern zuliebe sollten sich die Eltern vorher darüber einigen, was bei einer allfälligen Scheidung geschehen soll. Für den Fall, dass einer der Partner unerwartet stirbt wird auch vorgesorgt, wieso denn nicht auch hier? Ich bin über einen Blog (http://www.familienleben.ch/blog/elternvereinbarung) auf diese Idee gestossen und hoffe im Sinne der Kinder, dass in Zukunft eine obligatorische Elternvereinbarung diesen schmerzlichen Auseinandersetzungen ein Ende bereitet.