Über alles wird gejammert, Frauen, Männer, Beziehungen, Dates, Partys, die heutige Jugend, die laute Musik, die neue Sprache, die Umweltverschmutzung und die Politik…………..etc. etc…….
Nun will ich auch mal jammern, ja, nämlich……….gopf…….. Ich jammere…… Über den WINTER Ich bin wintergeschädigt, und jedes Jahr dasselbe Übel……..Früüüüüher ( in der guten alten Zeit ) konnte ich den Winter verkürzen, durch Aufenthalte in Afrika, aber heute ist das leider nicht mhr möglich, und so muss ich Winter um Winter die Qualen auf mich nehmen, die diese Jahreszeit mit sich bringt……… Wenn ich es wagen muss, meine schöne, warme gemütliche Wohnung zu verlassen, komme ich in eine kalte grausame Welt.( bitte um zustimmendes nicken, und 30Sek. Mitleid / min) Meine Augen beginnen zu tränen, die Nase färbt sich in ein nicht sehr elegantes Feuerwehrrot, die Zähen können nicht so schnell klappern, wie ich friere, und der Schnee blendet.Lachende, fröhliche Erwachsene auf den Strassen suche ich vergebens, nur die Kinder scheinen Spass zu haben ( und knallen mir einen harten, kalten Schneeball ans Ohr) Kommt mir blos nicht mit : „ ach es ist doch sooo schön, das weiss auf den Bäumen und den Wiesen….“Ach jaaaaa ? Ich bin halt nicht so ein Naturkind.Wenn schon Natur, dann lieber im Sommer………. knackige Männerpopos in Apfel oder Birnenform auf einer grünen Wiese. Winter…………nass, kalt, man muss sich einpacken wie ein Inuit und kann nicht einfach so mal schnell in die Flip flpos, schlüpfen, und raus, wie man ist Morgen-Kaffee trinken bei einer Kollegin ? okkkk, bis das so weit ist, ist Mittag……..mich einpacken, Auto ausgraben, Mit violett gefrorenen Fingern das kalte Steuerrad umfassen, Zähneklappernd warten bis die Heizung läuft und dann durch die Strassen schleichen, dem Salzwagen oder dem Pflug hinterher.Keinen Parkplatz finden, weil alles zugeschneit, dann durch den Schnee stapfen, auf dem Eis ausrutschen und quer vor ihrer Haustüre ankommen.Die klappernden Zähne beim auftauen an die Kaffeetasse schlagen, und die Lippen verbrennen, weil sie gefühllos sind……….. Ich wär dafür :Weg mit dem Winter, freie Sicht auf Sommersonne !!!!!!!!!!!!!






Ja da gebe ich Dir aber vollumfänglich Recht, wenn ich mein Tagebuch bemühe:
Lassen wir es Revue passieren. Es war jener denkwürdige Winter 1998/99, in welchem es doch ein klein wenig zuviel Schnee gegeben hat.
8. Dezember
Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Die Kinder alle zufrieden und meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen, sind stundenlang am Fenster gesessen und haben zugesehen wie riesige, weisse Flocken vom Himmel herunterschwe-ben. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch – wir fühlten uns wie frisch verliebt. Ich liebe Schnee.
9. Dezember
Als wir wach wurden, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weissem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Für eine Zeit hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und das Trottoir freigeschau-felt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat das Trottoir und die Einfahrt wie-der zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!
12. Dezember
Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee weggeschmolzen. Was für eine Enttäu-schung. Mein Nachbar sagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weisse Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Stefan sagt, dass wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, dass ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, dass das möglich ist. Stefan ist sehr nett – ich bin froh, dass er unser Nachbar ist.
14. Dezember
Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesun-ken. Die Kälte lässt alles glitzern. Der Wind nahm mir zwar den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das eben! Der Schneepflug kam heute nachmittag zu-rück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, dass ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte mir nur, ich würde nicht so Pusten und Schnaufen.
15. Dezember
60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterrei-fen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist doch lächerlich, schliesslich sind wir hier in der Schweiz und nicht in Alaska.
16. Dezember
Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen woll-te. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam von ihr.
17. Dezember
Immer noch weit unter Null. Die Strassen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Stromausfall für 5 Stunden. Musste mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Glaube, wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie recht hat! Und ich hasse es, in meinen eigenen Wohnzimmer zu erfrieren!
20. Dezember
Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der beschissene Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht eines meiner Kinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hätten keine Zeit, weil sie Hockey spielen müssen. Ich glaube, dass die lügen. Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Bekommen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, dass die lügen im Baumarkt. Stefan sagt, dass ich schaufeln muss oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, dass er lügt.
22. Dezember
Stefan hatte recht mit weisser Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weis-sen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, dass es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war, um schaufeln zu gehen und dann musste ich pinkeln. Als ich mich schliesslich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht für den Rest des Winters Stefan anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat. Aber er sagt, dass er zu viel zu tun hat. Ich glaube, dass der Wichser lügt.
23. Dezember
Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau wollte, dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die übergeschnappt? Ich habe keine Zeit – ich muss SCHAU-FELN !!! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Sie sagt, sie hat, aber ich glaube, dass sie lügt.
24. Dezember
20 Zentimeter. Der Schnee wurde vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, dass ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals dieses Arsch kriege, der den Schneepflug fährt, ziehe ich ihn an seinen Eiern durch den Schnee. Ich weiss genau, dass er sich hinter der Ecke versteckt und wartet bis ich mit Schaufeln fer-tig bin. Und dann kommt er mit 150 km/h die Strasse runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, wo ich gerade war. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weih-nachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit. Musste nach dem Schneepflug Ausschau halten.
25. Dezember
Frohe Weihnachten. Noch 60 Zentimeter mehr von der !*?#@$. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschaufeln lässt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflug-Fahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau sagt, dass ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, dass sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Wolfgang Petry anhören muss, werde ich sie umbringen.
26. Dezember
Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.
27. Dezember
Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.
28. Dezember
Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. DIE ALTE MACHT MICH VER-RÜCKT !!!
29. Dezember
Noch mal 30 Zentimeter. Stefan sagt, dass ich das Dach freischaufeln muss oder es wird einstürzen. Das ist das Dümmste, dass ich je gehört habe. Für wie blöd hält der Typ mich eigentlich?
30. Dezember
Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000 CHF Schmer-zensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter vorhergesagt.
31. Dezember
Habe den Rest vom Haus angezündet. Nie mehr Schaufeln!
8. Januar
Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Aber warum bin ich ans Bett gefesselt?
Danach gab es einen Break bei meinen Tagebuch-Notizen und die nächsten Einträge folgen erst wieder im Frühling. Schnee wird nicht mehr erwähnt……..
In diesem Sinne
take care
SNAKE