Liebeskummer?

Inspiriert durch mein eigenes Leben und das Lesen der Blogs von Madali kam ich nicht umhin mir Gedanken zum Thema Liebeskummer zu machen. Ist der Ausdruck Liebeskummer wirklich treffend? Sollte man oftmals nicht eher von Beziehungskummer reden? Abgesehen von der Tatsache, dass jeder Mensch seine eigene Definition von Liebe hat, IST Liebe einfach. Wenn

sie nicht erwidert wird, dann hat man wohl treffend ausgedrückt Liebeskummer.Bei vielen Trennungen, Scheidungen, würde ich persönlich eher von Beziehungskummer reden. denn meistens, gehen die Auseinandersetzungen los weil man aus Liebe eine Beziehung leben will. weil jeder seine eigenen Vorstellungen hat wie er eine Beziehung leben will, und die oftmals nicht, oder nicht auf Dauer übereinstimmen. Wieso soll dann die Liebe schuld sein? Schuld sind doch dann eher die eigenen nicht erfüllten Vorstellungen, Wunschdenken, andere Zufkunftspläne die der Partner/die Partnerin nicht erfüllen kann. eben: Beziehungskummer.

Für mich IST Liebe. Ein Gefühl, das ich nicht organisieren oder versprechen kann. Wie kann man sagen ich liebe dich für immer? Man entscheidet sich Jemanden für immer zu lieben? Bestellte Gefühle? Wenn man das kann, kann mir bitte Jemand die Adresse geben wo ich meine Bestellung hinsenden kann und sicher auch beliefert werde?? Inklusive Mengenrabatt und Garantieschein, Bitte

Man kann sich für eine Beziehung entscheiden, die besprechen, vereinbaren, organisieren. Man kann sich vornehmen immer zusammen an einer Beziehung zu arbeiten und leben. Für einander da zu sein. Sich gegenseitig zu akzeptieren. Respektieren. Miteinander ehrlich sein. Miteinander in die gleiche Richtung sehen. Aber nach meiner Ansicht, kann man nicht Jemanden für immer Liebe versprechen. Liebe ist einfach. Denn Partner den man heute liebt, wird in ein paar Jahren ein anderer Mensch sein. Dies ist nicht im Negativen zu verstehen. Aber mit dem älter werden ändert sich auch das eigene Denkschema. Auch dass von unserem Lebenspartner. Wie können wir wissen, dass diese Weiterentwicklungen parallel verlaufen? Das sich unsere Lebenswünsche immer übereinstimmen? Wie wir selber uns weiterentwickeln? Wie sich unser Partner entwickelt?

Wir können uns entscheiden an einer Beziehung zu arbeiten. Wort zu halten. Und füreinander da zu sein. Wir können uns aber nicht entscheiden, jemanden für immer zu lieben. Diese Liebesgefühle hat man. Oder eben dann halt nicht.

Liebe, die nicht erwidert wird, ist Seelenschmerz. Liebeskummer. Beziehung die auseinander geht, ist aber vielfach der Schmerz von eigenen Problemen. Falscher Stolz, weil es weh tut verloren zu haben. Nicht weil man verloren hat. Sondern weil man von sich zu überzeugt war. Weil der Stolz verletzt ist, quasi Verlierer zu sein. Oder weil sich der Lebensstandart ändert. Weil man nicht loslassen kann. Weil man sich genau im Trennungsschmerz, ob gewollt oder nicht, mit sich selber auseinander setzen muss/sollte.

Je mehr man in seinen Verarbeitungsgedanken immer von seinem Partner ausgeht, er hat, sie hat, er soll, sie soll, desto weniger hat man die Lebenslektion verstanden. Wichtig für die Verarbeitung schwerer Lebensphasen, wären Gedanken die mit “ich“ anfangen. Denn schlussendlich, geht es im Leben immer primär um die eigene Persönlichkeit. Unsere Partner, sind unsere Spiegel. Oftmals, wenn wir die Kraft und die Fähigkeit aufbringen genau hinzusehen, können wir uns selber erkennen, genau das Thema, dass uns den Weg auf unsere eigenen Schattenseiten zeigt. Der Weg ist das Ziel. Beziehungen zu beenden tut weh. Herzschmerz. Trauer. Verlust. Aber oftmals, sind es die Gedanken an vergangene Erlebnisse die wehtun. Oder Gedanken an die Zukunft, weil die Erlebnisse mit exakt dem Menschen nicht zu wiederholen sind. Aber die Gegenwart? Ich rede nur von Liebeskummer wenn ich den verlorenen Menschen im hier und jetzt vermisse. *nur* den Menschen. Nicht die unerfüllten Bedürfnisse und Sehnsüchte. Denn wenn man die vermisst, vermisst man nur einen Zustand. Und nicht den genau den Menschen. Was dann einmal mehr zeigt, wir können einen Partner verlieren, aber nicht die Liebe.

Man tut sich selber weh. Wenn man immer nur an das Verlorene denkt. Und nicht auch lernt positiv im Bewusstsein zu leben, dass diese Beziehung zwar fertig ist, aber nicht die Liebe. Wir können doch nicht unsere Liebe verlieren. Wir machen uns selber weh, wenn wir uns beschränken, und uns selber sagen: ich werde nie mehr … ich werde nie mehr einen Menschen lieben … er war meine grosse Liebe …Woher … wollen wir wissen … dass wir nicht eines Tages jemanden kennen lernen … der noch die grössere Liebe werden kann und bei dem es stimmt, wenn man so ist wie man ist?

Ich glaube, dass wenn man an sich selber arbeitet, sich und seinen innigen Bedürfnissen treu ist, zu sich selber steht, dass man dann auch den passenden Partner ins Leben zieht. Dann hat der Partner einfach SEINE Eigenschaften. Man wertet nicht immer positiv und negativ. Man akzeptiert einander wie man ist. Kein Mensch kann sich auf Befehl, Wunschdenken eines anderen ändern. Höchstens verstellen. Das kann kein Fundament sein für eine Beziehung. Menschen können sich, oder negative Eigenschaften nur ändern, aus sich heraus. Wenn man persönlich an sich etwas ändern will.

Für mich heisst Liebe, akzeptieren können wie man ist. Wenn das nicht passt. Dann muss man sich selber treu sein. Den ich glaube nicht, das irgendwer von uns zum Verzichten geboren wurde. Man liebt, und es passt oder es passt nicht. wenn *etwas* passend gemacht werden muss, ist das für mich nur Fassade, eine Lebenslüge. Ich habe viel erlebt in meinem Umfeld, das es Menschen gibt die nicht differenzieren können, zwischen tiefer Freundschaft, erotischer Anziehung, verknallt sein und Liebe.

Viele reden. Aber sind sich nicht bewusst, dass jedes Wort, ob gesprochen oder gelesen, auch der persönlichen Interpretation des Lesers, Sprechers unterliegt. Rot. Für die Einen rot. Und fertig. Für die Anderen gibt es Facetten, wie hellrot, dunkelrot. Wenn die Realitäten sich nicht decken können, scheitern Beziehungen. Und nicht immer, ist die Liebe schuld, sonst würde es ja nicht so weh tun

Man muss für sich alleine glücklich sein können, von Innen heraus mit sich selber zufrieden, solange man erwartet, ein möglicher Partner MUSS einem Glück und Erfüllung bringen, denke ich, ist man auf dem Holzweg und tappt in die Märchenprinzen-Falle.

4 Kommentare

  1. Sigi sagt:

    Liebe ist im Grunde genommen etwas Egoistisches. Wir lieben einen Menschen nicht um seiner selbst willen, sondern immer nur, weil er uns gewisse Bedürfnisse und Wünsche erfüllt.
    Jede Liebesbeziehung lebt von der Erfüllung der Bedürfnisse des anderen. Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.
    Liebe ist etwas, das täglich Pflege braucht.

  2. Aletheia sagt:

    wie ich schrieb. jeder interpretiert liebe anders. für mich ist liebe, wenn ich den menschen seiner selbst willen liebe. den menschen. seine art, seine stimme, sein sein, sein lachen, sein geruch. nicht nur die erfüllung von bedürfnissen. wahre liebe ist für mich nicht *nur* triebhaftig. sondern liebesgefühle, zuneigung von ganzem herzen und seele. deshalb kann/könnte wahre liebe auch *schlechte zeiten* überstehen. weil man dann ohne egoistisches getue auch mal viel viel mehr geben kann … als man sonst vielleicht nimmt. liebe wertet nicht. in mehr. oder weniger. liebe ist.

  3. madali sagt:

    Ja da habt ihr Recht, leider ist Liebe nicht immer so schon und perfekt wie es wir uns wünschen. So wie du sagst Aletheia: ”wahre liebe ist für dich nicht *nur* triebhaftig. sondern liebesgefühle, Zuneigung von ganzem herzen und Seele” und nicht nur ”die Erfüllung von Bedürfnissen.”
    Ich bin einverstanden, wann beide Partner so leben in eine Beziehung wo beide Partners Interesse haben dass in diese Beziehung BEIDE Partners sind Glücklich, BEIDE Erfühlt als Mensch, und jede kann seine Bedürfnissen, Phantasien, Liebe erleben, so wie er das empfindet.
    Was ist denn wann nur eine Seite ist erfühlt und erlebt seine Wünsche und Bedürfnisse, und die andere Seite gibt nur, und gibt, unkonditioniert von das was er bekommt. Ich glaube dass das wahre Liebe ist, aber es kann nicht lang Existieren so in diese Form. Meinst du, ist glücklich und erfühlt dieser Mensch nur mit dem das er nur gibt? Vielleicht schon, momentan wie lange die Energie und Kraft noch da ist. Aber… wir sind alle Menschen und Eines Tages ist jede von uns leer, erschöpft, müde und verbraucht.
    Ist immer ein Rezept für die Erfühlte Beziehung, wie ein Gleichgewicht des Universums, so wie eine Feine Kuchen. Im jede Kuchen es muss eine bestimmtes masse von diversen Aromen, Weismehl…etc, so bald etwas mehr oder weniger ist, die Geschmack und richtige Konsistenz, stimmt es nicht mehr.
    Fast, das selbe Prinzip ist auch mit eine Beziehung, so bald einer Seite nimmt mehr als das was er gibt, und eine Partner kann sich nicht als Mann oder Frau erfühlt von diese Beziehung, fangt schon die Diskrepanzen an, und das gleiche gewicht ist zerstört.
    Ja jede soll für sich schauen, in eine Beziehung das er Glücklich ist und Erfühlt, aber… auf eine Egoistische Basis kann gar keine Beziehung aufgebaut werden. Und wann wir können Glücklich und Erfühlt sein, in eine Beziehung, wann wir nur an uns selber denken müssen, ob wohl wir leben in eine Partnerschaft, ohne zum berücksichtigen die Wünsche, Phantasien, Gefühle, Bedürfnisse etc unseres Partner…. dann das gehet so wieso nicht.
    Meine Meinung ist das Liebe es kann erlebt und erfühlt werden nur wann das Liebe ist da, Akzeptanz und Toleranz ist da, Respekt und Verstandenes ist da, Gleichberechtigung und Kommunikation da ist.

    L.G

    madali

  4. Walter sagt:

    Auf den kürzesten Nenner gebracht ist für mich Liebe:

    Den oder dem Menschen der einem nahe oder am nächsten steht, das geben und gönnen, dass der Andere glücklich ist.

    Die Krönung dieser wahren Liebe ist die Situation, wo man vom Geliebten verlassen wird und man dem Verlasser immer noch aus tiefem Herzen alles Gute für seine Zukunft wünscht. Denn man liebt den Andern ja und ist glücklich zu sehen, dass der Andere glücklich ist.

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